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Elterngeld online beantragen: ElterngeldDigital und die Antragsportale der Bundeslaender

Elterngeld bequem online beantragen: So funktioniert ElterngeldDigital, welche Bundeslaender mitmachen und was Sie fuer den Antrag brauchen.

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Elterngeld Zentrum Team
12 min Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • ElterngeldDigital ist das zentrale Portal des Bundes und wird in 10 Bundeslaendern genutzt.
  • Sechs Bundeslaender wie Bayern, Baden-Wuerttemberg, Hessen, NRW, Sachsen und das Saarland betreiben eigene Online-Portale.
  • Fuer alle Online-Verfahren benoetigen Sie ein Konto bei der BundID (ehemals Nutzerkonto Bund).
  • Ein digitaler Antrag verkuerzt oft die Bearbeitungszeit und reduziert Fehler durch eine integrierte Plausibilitaetspruefung.
  • Trotz digitaler Uebermittlung muessen bestimmte Nachweise (wie die Geburtsbescheinigung) hochgeladen oder nachgereicht werden.

Einleitung: Die neue Aera des Elterngeld-Antrags#

Die Zeiten, in denen Eltern stapelweise Papierformulare ausfuellen, in Briefumschlaege stecken und persoenlich zur Post bringen mussten, neigen sich dem Ende zu. Im Jahr 2026 ist der digitale Elterngeldantrag der Standardweg fuer die meisten Familien in Deutschland.

Das Ziel der Digitalisierung ist klar: Den buerokratischen Aufwand rund um die Geburt eines Kindes so gering wie moeglich zu halten. Doch waehrend die Technik fortschreitet, bleibt die deutsche Verwaltungslandschaft komplex. Je nachdem, in welchem Bundesland Sie leben, nutzen Sie unterschiedliche Portale und Systeme.

In diesem umfassenden Leitfaden erfahren Sie alles ueber ElterngeldDigital, die spezifischen Portale der Bundeslaender und wie Sie die technischen Huerden – wie die Identifizierung ueber die BundID – erfolgreich meistern.

Info

Wussten Sie, dass die meisten Elterngeldantraege inzwischen digital vorbereitet werden? Die Fehlerquote ist bei Online-Antraegen signifikant niedriger, da das System Sie direkt auf fehlende Angaben hinweist.


Was ist ElterngeldDigital?#

ElterngeldDigital (elterngeld-digital.de) ist das offizielle Portal des Bundesministeriums fuer Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Es wurde entwickelt, um den Antragsprozess bundesweit zu vereinheitlichen und zu vereinfachen.

Das Portal als digitaler Assistent#

ElterngeldDigital ist mehr als nur ein PDF-Ersatz. Es fungiert als intelligenter Assistent, der Sie durch die komplexen Fragen leitet. Basierend auf Ihren Angaben (z. B. Erwerbstaetigkeit, Familienstand, geplante Lebensmonate) werden nur die Felder eingeblendet, die fuer Ihre Situation relevant sind.

Funktionen von ElterngeldDigital:#

  1. Antragsassistent: Schritt-fuer-Schritt-Fuehrung durch alle relevanten Bereiche.
  2. Berechnungshilfe: Eine integrierte Schaetzung des voraussichtlichen Elterngeldes.
  3. Dokumenten-Upload: Direktes Hochladen von Gehaltsnachweisen und Bescheinigungen.
  4. Speicherfunktion: Sie koennen den Antrag jederzeit unterbrechen und spaeter fortsetzen.

Welche Bundeslaender nutzen ElterngeldDigital?#

Obwohl ElterngeldDigital ein Bundesprojekt ist, liegt die Ausfuehrung des Elterngeldes in der Hoheit der Laender. Daher haben sich die Bundeslaender unterschiedlich positioniert.

Bundeslaender, die ElterngeldDigital nutzen:#

Zehn Bundeslaender sind an das System angeschlossen:

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Rheinland-Pfalz
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thueringen

In diesen Laendern werden Sie bei der Suche nach dem Online-Antrag auf die Seite von ElterngeldDigital weitergeleitet.

Wichtiger Hinweis

Sechs Bundeslaender nutzen nicht ElterngeldDigital, sondern eigene Landesportale: Bayern, Baden-Wuerttemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und das Saarland. Diese werden im naechsten Abschnitt beschrieben.


Bundeslaender mit eigenen Online-Portalen#

Sechs Bundeslaender gehen eigene Wege und bieten spezialisierte Plattformen an, die oft tief in die jeweiligen Landesverwaltungssysteme integriert sind.

Bayern: Das ZBFS-Portal#

Bayern nutzt das Portal des Zentrums Bayern Familie und Soziales (ZBFS) unter elterngeld.bayern.de.

  • Besonderheit: Der bayerische Online-Antrag ist eng mit dem Bayerischen Familiengeld verknuepft. Wer Elterngeld in Bayern online beantragt, kann oft gleichzeitig den Antrag auf Familiengeld stellen.
  • Registrierung: Sie koennen sich bereits sechs Monate vor dem Geburtstermin registrieren und den Antrag vorbereiten.
  • Digitale Unterschrift: Der Antrag kann vollstaendig digital unterschrieben werden.
  • Link: ZBFS Online-Antrag

Baden-Wuerttemberg: L-Bank#

In Baden-Wuerttemberg ist die L-Bank (Landeskreditbank) fuer das Elterngeld zustaendig.

  • Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt ueber das Nutzerkonto Bund (BundID).
  • Besonderheit: Nutzen Sie Ihren elektronischen Personalausweis (eID), koennen Sie den Antrag vollstaendig elektronisch einreichen – ohne Ausdruck und Unterschrift per Post.
  • Elterngeld-Planer: Ein interaktiver Planer hilft Ihnen, die Elterngeldmonate sinnvoll zu verteilen.
  • Link: L-Bank Elterngeld Online

Hessen: Landeseigenes Online-Portal#

Hessen bietet ein eigenes Online-Antragssystem ueber das zentrale Verwaltungsportal des Landes an.

Nordrhein-Westfalen: Familienportal NRW#

NRW nutzt sein eigenes Familienportal fuer den Online-Antrag.

Sachsen: Amt24#

Sachsen wickelt den Online-Antrag ueber das Amt24-Portal ab.

Saarland: Buergerdienste Saar#

Das Saarland bietet einen eigenen Online-Antrag ueber die Buergerdienste an.


Die technische Huerden: BundID und eID#

Seit Inkrafttreten strengerer Digitalisierungsrichtlinien (OZG) ist die einfache Eingabe von Daten nicht mehr ausreichend. Um einen Antrag rechtssicher digital zu unterschreiben, muessen Sie Ihre Identitaet nachweisen.

Was ist die BundID?#

Die BundID (ehemals Nutzerkonto Bund) ist Ihr zentrales Konto fuer alle digitalen Behoerdengaenge in Deutschland. Ohne ein BundID-Konto koennen Sie in den meisten Faellen den Antrag zwar online ausfuellen, ihn aber am Ende nicht rein digital absenden.

Vertrauensniveau beachten

Fuer das Elterngeld gibt es unterschiedliche Anforderungen je nach Portal:

  1. Einfache Anmeldung: In einigen Portalen reicht Benutzername und Passwort – der Antrag muss dann ausgedruckt und unterschrieben per Post geschickt werden.
  2. Hoeheres Vertrauensniveau: Fuer die vollstaendig digitale Einreichung benoetigen Sie die Online-Ausweisfunktion (eID) Ihres Personalausweises oder ein ELSTER-Zertifikat.

So nutzen Sie die eID fuer den Antrag:#

Um den Personalausweis online zu nutzen, benoetigen Sie:

  • Einen modernen Personalausweis (mit Chip) oder elektronischen Aufenthaltstitel.
  • Die dazugehoerige 6-stellige PIN (die Sie nach der Beantragung des Ausweises per Post erhalten haben).
  • Ein Smartphone mit NFC-Funktion und die AusweisApp.

Der Online-Antrag: Schritt-fuer-Schritt-Anleitung#

Wenn Sie sich fuer den digitalen Weg entschieden haben, folgt der Prozess meist diesem Schema:

In 7 Schritten zum digitalen Elterngeld

  1. Vorbereitung und BundID-Login

    Erstellen Sie ein Konto bei der BundID, falls noch nicht vorhanden. Loggen Sie sich mit Ihrem Personalausweis oder ELSTER-Zertifikat ein. Dies stellt sicher, dass Sie den Antrag spaeter digital signieren koennen.

  2. Stammdaten eingeben

    Geben Sie die Daten zum Kind (Name, Geburtsdatum) und zu den Eltern ein. Wenn das Kind noch nicht geboren ist, koennen Sie den Antrag bereits vorbereiten und als Entwurf speichern.

  3. Bezugszeitraum planen

    Waehlen Sie zwischen Basiselterngeld, ElterngeldPlus und dem Partnerschaftsbonus. Legen Sie fest, welcher Elternteil in welchem Lebensmonat welche Form des Elterngeldes beziehen moechte.

  4. Einkommensdaten erfassen

    Geben Sie Informationen zu Ihrer Erwerbstaetigkeit vor der Geburt an. Sind Sie Angestellter, Selbststaendiger oder Beamter? Das System berechnet auf dieser Basis die benoetigten Dokumente.

  5. Dokumenten-Upload

    Laden Sie die geforderten Nachweise hoch (Gehaltsabrechnungen, Bescheinigung der Krankenkasse zum Mutterschaftsgeld, ggf. Steuerbescheide). Achten Sie auf gute Lesbarkeit (PDF oder Foto).

  6. Pruefung der Angaben

    Das Portal fuehrt eine automatische Plausibilitaetspruefung durch. Wenn logische Fehler vorliegen (z. B. Ueberschneidungen bei den Monaten), weist Sie das System darauf hin.

  7. Digitales Absenden

    Durch die Identifizierung mit der BundID und eID koennen Sie den Antrag "schriftformersetzend" absenden. Ein Ausdrucken und Unterschreiben per Hand ist dann meist nicht mehr noetig.


Welche Dokumente muessen Sie hochladen?#

Auch beim Online-Antrag kommt man um die Nachweispflicht nicht herum. Da das Elterngeld eine Lohnersatzleistung ist, muss die Elterngeldstelle genau pruefen, wie viel Sie verdient haben.

Die Standard-Checkliste:#

  • Geburtsbescheinigung: Viele Standesaemter stellen bereits digitale Bescheinigungen aus. Wenn nicht: Ein Scan des Originals (Zweckform "fuer Elterngeld") reicht meist aus.
  • Gehaltsnachweise: Bei Angestellten die letzten 12 Monate vor dem Mutterschutz (bzw. vor der Geburt beim Vater).
  • Mutterschaftsgeld-Bescheinigung: Nachweis der gesetzlichen Krankenkasse ueber die Hoehe und Dauer des Mutterschaftsgeldes.
  • Arbeitgeberzuschuss: Nachweis des Arbeitgebers ueber den Zuschuss zum Mutterschaftsgeld waehrend der Schutzfristen.
  • Steuerbescheid: Zwingend erforderlich fuer Selbststaendige (aus dem vorangegangenen Kalenderjahr).
Dateiformate

Verwenden Sie nach Moeglichkeit das PDF-Format. Es ist das sicherste Format fuer Behoerden und stellt sicher, dass Formatierungen erhalten bleiben. Viele Smartphone-Apps koennen Fotos direkt in PDFs umwandeln.


Was Sie online tun koennen – und was (noch) nicht#

Die Digitalisierung ist weit fortgeschritten, aber es gibt Grenzen.

Das geht komplett digital:#

  • Die Erstbeantragung fuer beide Elternteile.
  • Der Upload fast aller Nachweise.
  • Die digitale Uebermittlung an die zustaendige Elterngeldstelle.
  • Die Korrespondenz (in vielen Portalen gibt es ein Postfach-System).

Hier wird es schwierig oder analog:#

  • Nachtraegliche Aenderungen: Wenn Sie waehrend des Bezugs Lebensmonate tauschen oder die Arbeitsstunden in Teilzeit aendern moechten, verlangen viele Elterngeldstellen noch immer eine formlose schriftliche Mitteilung per Post oder E-Mail.
  • Unterschrift des Partners: Wenn sich nur ein Elternteil ueber BundID identifiziert, muss der andere Elternteil oft noch ein Unterschriftsblatt ausdrucken und per Post schicken (es sei denn, beide haben ein eID-Konto).
  • Spezialfaelle: Bei Auslandsbezug oder Grenzgaengern werden oft noch zusaetzliche physische Dokumente angefordert.

Vorteile des Online-Antrags#

Warum sollten Sie sich die Muehe mit der BundID und dem digitalen Formular machen?

  1. Zeitersparnis: Keine Postwege, kein langes Suchen nach Briefmarken.
  2. Fehlervermeidung: Der Assistent verhindert, dass Sie Pflichtfelder vergessen oder unlogische Monatskombinationen waehlen.
  3. Schnellere Bearbeitung: Da die Daten direkt in das System der Elterngeldstelle fliessen, entfaellt das manuelle Abtippen durch die Sachbearbeiter. Dies kann die Zeit bis zur ersten Auszahlung um 1–2 Wochen verkuerzen.
  4. Uebersichtlichkeit: Sie sehen jederzeit den Status Ihres Antrags und haben alle Dokumente digital an einem Ort.
  5. Umweltfreundlich: Sie sparen Papier und Transportwege.

Haeufige technische Probleme und Loesungen#

Nicht immer laeuft alles reibungslos. Hier sind die haeufigsten "Stolpersteine":

1. Sitzungs-Timeout#

Die Portale loggen Sie aus Sicherheitsgruenden oft nach 30 Minuten Inaktivitaet aus.

  • Loesung: Nutzen Sie regelmaessig die Funktion "Zwischenspeichern". Bereiten Sie alle Dokumente vor, bevor Sie mit dem Ausfuellen beginnen.

2. Login mit BundID schlaegt fehl#

Oft liegt es an einer fehlenden NFC-Verbindung oder einer veralteten AusweisApp.

  • Loesung: Stellen Sie sicher, dass NFC am Smartphone aktiviert ist und die AusweisApp aktuell ist. Testen Sie die Verbindung in der AusweisApp, bevor Sie den Browser oeffnen.

3. Dokumente zu gross#

Viele Portale haben ein Limit (z. B. max. 5 MB pro Datei).

  • Loesung: Reduzieren Sie die Aufloesung beim Scannen oder nutzen Sie Online-Tools zur PDF-Komprimierung. Schwarz-Weiss-Scans sind meist deutlich kleiner als Farbfotos.

4. Browser-Probleme#

Bei manchen Portalen kann es mit bestimmten Browsern zu technischen Problemen kommen.

  • Loesung: Verwenden Sie einen aktuellen Browser wie Microsoft Edge oder Google Chrome. Die L-Bank weist beispielsweise auf moegliche Probleme mit Firefox hin.

Die Alternative: Elterngeldantrag auf Papier#

Trotz aller Vorteile der Digitalisierung ist der Papierantrag weiterhin rechtlich zulaessig. In jedem Bundesland koennen Sie die Antragsformulare als PDF herunterladen, ausdrucken und per Post einsenden.

Wann ist Papier sinnvoll?#

  • Wenn Sie ueber keine stabile Internetverbindung oder die noetige Hardware verfuegen.
  • Wenn die Online-Identifizierung (BundID) bei Ihnen technisch absolut nicht funktioniert.
  • Wenn Sie eine sehr komplexe familiaere Situation haben, die sich in den Standardmasken der Online-Portale nicht korrekt abbilden laesst.
Achtung

Beachten Sie, dass die manuelle Bearbeitung von Papierantraegen in vielen Regionen deutlich laenger dauert, da die Digitalisierung der Daten in der Behoerde zusaetzliche Zeit in Anspruch nimmt.


Zeitplan: Wann den Online-Antrag absenden?#

Das Elterngeld kann erst nach der Geburt offiziell beantragt werden, da erst dann das Geburtsdatum und der Name des Kindes feststehen.

  • Vorbereitung: Sie koennen das Online-Formular bereits Wochen vor der Geburt fast vollstaendig ausfuellen und speichern. In Bayern sogar bis zu sechs Monate vorher.
  • Absenden: Sobald die Geburtsurkunde vorliegt (meist 1-2 Wochen nach der Geburt).
  • Frist: Elterngeld wird maximal 3 Monate rueckwirkend gezahlt. Sie sollten den Antrag also spaetestens im 4. Lebensmonat des Kindes eingereicht haben, um keine Gelder zu verlieren.

Fazit: Digitalisierung lohnt sich – mit Vorbereitung#

Der Online-Antrag via ElterngeldDigital oder die Landesportale ist ein maechtiges Werkzeug, um Zeit und Nerven zu sparen. Die groesste Huerde ist meist die einmalige Einrichtung der BundID und der Umgang mit der eID. Sobald diese technische Basis steht, ist der eigentliche Antragsprozess logisch und gut strukturiert.

Wir empfehlen allen Eltern, sich fruehzeitig – idealerweise schon im letzten Trimester der Schwangerschaft – mit den Portalen vertraut zu machen und die BundID einzurichten. So koennen Sie sich nach der Geburt voll und ganz auf Ihr neues Familienmitglied konzentrieren.

Häufig gestellte Fragen


Benoetigen Sie Unterstuetzung beim digitalen Dschungel?#

Obwohl die Online-Portale vieles erleichtern, bleiben die strategischen Fragen oft offen: Wie kombiniere ich ElterngeldPlus am besten? Wie vermeide ich Abzuege bei Teilzeitarbeit? Und was tun, wenn die Technik streikt?

Unser Antragsservice unterstuetzt Sie nicht nur bei der strategischen Planung Ihrer Elternzeit, sondern hilft Ihnen auch dabei, den digitalen Antrag fehlerfrei und stressfrei zu uebermitteln. Wir kennen die Tuecken der Portale in allen 16 Bundeslaendern.

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