Zum Hauptinhalt springenDirekt zum HauptinhaltGute Nachricht14 Monate Elterngeld bleiben

Elterngeld und Krankengeld: So wird verrechnet

Krankengeld wird als Entgeltersatzleistung auf das Elterngeld angerechnet (§ 3 Abs. 1 Nr. 5 BEEG), weil beide dasselbe Einkommen ersetzen sollen. Mindestens 300 € Basiselterngeld oder 150 € ElterngeldPlus bleiben dir trotzdem erhalten. Warst du vor der Krankheit schon in Teilzeit, schützt ein Unterschiedsbetrag zusätzlich einen Teil deines Elterngelds vor der Anrechnung.

Stand September 20268 Min. Lesezeit7 amtliche Quellen

Eine Schwangere steht im Kinderzimmer neben dem Babybett
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Inhalt8 Abschnitte
  1. Wird Krankengeld auf das Elterngeld angerechnet?
  2. Was bleibt dir trotz der Anrechnung?
  3. Was passiert, wenn du vorher schon in Teilzeit gearbeitet hast?
  4. Warum ist dein Krankengeld während der Elternzeit oft niedriger?
  5. Zählt Krankengeld vor der Geburt für dein Elterngeld?
  6. Was jetzt zu tun ist
  7. Häufige Fragen
  8. Quellen und Stand

Jonas arbeitet nach der Geburt seiner Tochter in Teilzeit und bezieht ElterngeldPlus. Mitten im Bezug erkrankt er für mehrere Wochen, sein Gehalt fällt weg und die Krankenkasse zahlt Krankengeld. Seine Sorge: Verschwindet jetzt auch noch das Elterngeld? Die Antwort hängt davon ab, wie hoch das Krankengeld ist und ob du vorher schon weniger verdient hast als vor der Geburt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Krankengeld ist eine Entgeltersatzleistung und wird auf das Elterngeld angerechnet (§ 3 Abs. 1 Nr. 5 BEEG).
  • Trotzdem bleiben dir mindestens 300 € Basiselterngeld oder 150 € ElterngeldPlus pro Monat zusätzlich erhalten.
  • Bei Zwillingen verdoppeln sich diese Beträge auf 600 € beziehungsweise 300 €.
  • Warst du vor der Krankheit schon in Teilzeit, schützt ein Unterschiedsbetrag einen Teil deines Elterngelds zusätzlich vor der Anrechnung.
  • Krankengeld selbst zählt nicht als Einkommen im Bemessungszeitraum, der betroffene Monat bleibt aber meist trotzdem einer der zwölf zählenden Monate.
  • Elterngeld wird höchstens drei Monate rückwirkend gezahlt (§ 7 Abs. 1 BEEG) – dieselbe Frist gilt für eine Änderung wegen Krankengeld (§ 7 Abs. 2 BEEG).

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Wird Krankengeld auf das Elterngeld angerechnet?#

Ja, Krankengeld wird auf dein Elterngeld angerechnet, weil es zu den Einnahmen zählt, die als Ersatz für dein Erwerbseinkommen zustehen (§ 3 Abs. 1 Nr. 5 BEEG). Der Gedanke dahinter: Beide Leistungen sollen dasselbe wegfallende Einkommen ersetzen, deshalb darfst du sie nicht einfach addieren.

Die Anrechnung betrifft dich nur, wenn du gleichzeitig Elterngeld und Krankengeld beziehst, also während Krankengeld, nicht während der ersten sechs Wochen, in denen dein Arbeitgeber dein Gehalt weiterzahlt (Entgeltfortzahlung, § 3 Abs. 1 EFZG). Erst danach springt die Krankenkasse mit Krankengeld ein (§ 44 SGB V), und erst ab diesem Zeitpunkt stellt sich die Anrechnungsfrage überhaupt.

Wichtig ist: Angerechnet wird nicht automatisch dein komplettes Elterngeld weg. Ist das Krankengeld niedriger als dein Elterngeld, bekommst du die Differenz weiterhin ausgezahlt. Ist es höher, bleibt dir zumindest ein Mindestbetrag.

Was bleibt dir trotz der Anrechnung?#

Bis zu einem Betrag von 300 € ist dein Elterngeld von der Anrechnung ausgenommen (§ 3 Abs. 2 BEEG). Dieser Freibetrag halbiert sich bei ElterngeldPlus auf 150 €, weil sich nach § 4a Abs. 2 Nr. 4 BEEG alle Mindest- und Freibeträge für ElterngeldPlus halbieren. Bei Mehrlingsgeburten erhöht er sich um je 300 € für das zweite und jedes weitere Kind.

Elterngeld-Art Anrechnungsfreier Betrag Bei Zwillingen
Basiselterngeld 300 € 600 €
ElterngeldPlus 150 € 300 €

Im Ergebnis erhältst du also immer dein Krankengeld plus mindestens diesen geschützten Betrag, auch wenn dein rechnerisches Elterngeld eigentlich niedriger ausfallen würde. Bezieht eine alleinerziehende Mutter zum Beispiel 1.400 € Krankengeld im Monat und stünde ihr rechnerisch ein Basiselterngeld von 1.000 € zu, verändert sich an ihrer Auszahlung nichts weiter: Das Krankengeld allein liegt bereits über dem, was Elterngeld und Freibetrag zusammen ergeben würden, sodass kein zusätzliches Elterngeld ausgezahlt wird. Erst wenn ihr Krankengeld unter diese Summe fällt, zahlt die Elterngeldstelle die Differenz bis zum Mindestbetrag aus.

Was passiert, wenn du vorher schon in Teilzeit gearbeitet hast?#

Hattest du vor der Krankheit bereits ein Teilzeiteinkommen und dafür ElterngeldPlus bezogen, schützt § 3 Abs. 1 Satz 4 BEEG einen zusätzlichen Unterschiedsbetrag vor der Anrechnung. Der Grund: Dein Krankengeld berechnet sich aus deinem niedrigeren Teilzeit-Einkommen, dein ElterngeldPlus dagegen basiert weiterhin auf deinem höheren Einkommen vor der Geburt. Ohne diesen Schutz würde dein Elterngeld sinken, nur weil du zwischenzeitlich krank geworden bist.

Geschützt ist der Teil deines Elterngelds in Höhe der für dich geltenden Ersatzrate, angewendet auf die Differenz zwischen deinem Einkommen vor der Geburt und der Bemessungsgrundlage deines Krankengelds. In der Praxis entspricht dieser geschützte Betrag häufig genau dem ElterngeldPlus, das du schon vor der Krankheit erhalten hast, sofern dein Krankengeld auf demselben Teilzeit-Einkommen beruht wie dein Elterngeld.

Jonas: ElterngeldPlus bleibt geschützt, obwohl er in Teilzeit krank wirdVereinfachtes Beispiel
Elterngeld-Netto vor der Geburt
2.000 €
Elterngeld-Netto mit Teilzeit (20 Std./Woche)
1.200 €
Ersatzrate bei diesem Einkommen
65 %
ElterngeldPlus mit Teilzeit (65 % von 800 € Unterschied)
520 €
Krankengeld auf Basis des Teilzeit-Einkommens
840 €
ElterngeldPlus + Krankengeld während der Krankheit1.360 € im Monat

Vereinfachtes Beispiel. Annahmen: Jonas' Elterngeld-Netto vor der Geburt liegt bei 2.000 €, mit Teilzeit bei 1.200 €, daraus ergibt sich sein ElterngeldPlus von 520 € (§ 2 Abs. 3, § 4a Abs. 2 BEEG). Wird er krank, berechnet die Krankenkasse sein Krankengeld aus demselben Teilzeit-Einkommen von 1.200 €. Weil die Bemessungsgrundlage des Krankengelds damit unter seinem vorgeburtlichen Einkommen liegt, bleibt der Unterschiedsbetrag von 65 % aus 800 € = 520 € beim Elterngeld geschützt (§ 3 Abs. 1 Satz 4 BEEG) – Jonas behält sein volles ElterngeldPlus zusätzlich zum Krankengeld. Dein echter Betrag hängt von deinem Bemessungszeitraum und der genauen Krankengeld-Berechnung deiner Krankenkasse ab, mehr zur Berechnung mit Teilzeiteinkommen steht im Artikel zur Elterngeld-Berechnung mit Teilzeit.

Warum ist dein Krankengeld während der Elternzeit oft niedriger?#

Dein Krankengeld richtet sich immer nach dem Gehalt, das du zuletzt vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit verdient hast (§ 47 Abs. 1 und 2 SGB V). Arbeitest du zu diesem Zeitpunkt in Teilzeit, fällt auch dein Krankengeld entsprechend niedriger aus als bei einer Erkrankung mit vollem Gehalt vor der Geburt.

Wann du krank wirst Bemessungsgrundlage des Krankengelds
Während der Elternzeit mit Teilzeiteinkommen dein aktuelles, niedrigeres Teilzeit-Gehalt
Nach Ende der Elternzeit, wieder in Vollzeit dein wieder höheres Vollzeit-Gehalt

Das erklärt, warum der Unterschiedsbetrag aus dem vorherigen Abschnitt praktisch relevant ist: Ohne ihn würde ausgerechnet die Phase, in der dein Einkommen ohnehin schon niedriger ist, dein Elterngeld zusätzlich schmälern.

Bist du privat krankenversichert oder selbstständig, bekommst du meist kein gesetzliches Krankengeld, sondern Krankentagegeld aus einer privaten Versicherung oder, bei Selbstständigen mit Wahltarif, Krankengeld von deiner gesetzlichen Kasse nach einer vereinbarten Karenzzeit. Für die Anrechnung auf das Elterngeld macht das keinen Unterschied: § 3 Abs. 1 Nr. 5 BEEG erfasst jede Einnahme, die als Ersatz für dein Erwerbseinkommen zusteht, unabhängig davon, welche Versicherung sie zahlt.

Zählt Krankengeld vor der Geburt für dein Elterngeld?#

Krankengeld, das du vor der Geburt bezogen hast, zählt selbst nicht als Einkommen aus Erwerbstätigkeit, weil es kein Arbeitslohn ist (§ 2 Abs. 1 BEEG). Das bedeutet aber nicht automatisch, dass der betroffene Monat aus deinem Bemessungszeitraum herausfällt.

Maßgeblich für dein Elterngeld sind grundsätzlich die zwölf Kalendermonate vor dem Monat der Geburt (§ 2b Abs. 1 BEEG). Ein Monat wird nur dann ausgeklammert und durch einen früheren ersetzt, wenn ein gesetzlicher Ausklammerungsgrund vorliegt, etwa eine Krankheit, die maßgeblich durch die Schwangerschaft bedingt war, oder eine Beschäftigungsverbots- oder Mutterschutzzeit (§ 2b Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 und 3 BEEG). Eine gewöhnliche Erkrankung ohne Bezug zur Schwangerschaft fällt nicht darunter. Der Monat zählt dann weiter mit, aber ohne Erwerbseinkommen, was deinen Durchschnitt senken kann. Wie der Bemessungszeitraum im Detail funktioniert, einschließlich der übrigen Ausklammerungsgründe, steht im Artikel zum Bemessungszeitraum beim Elterngeld.

Was jetzt zu tun ist#

  1. Kläre zuerst den Zeitpunkt: Bist du krank, während du bereits Elterngeld beziehst (Anrechnungsfrage), oder lag die Krankheit vor der Geburt (Bemessungszeitraum-Frage)? Beide Fragen brauchen unterschiedliche Nachweise.
  2. Besorg dir die Krankengeld-Bescheinigung deiner Krankenkasse für den betroffenen Zeitraum, du brauchst sie für die Elterngeldstelle.
  3. Rechne den Unterschiedsbetrag durch, wenn du vor der Krankheit bereits Teilzeit gearbeitet hast, bevor du deinen Antrag oder eine Änderung einreichst.
  4. Reiche einen Änderungsantrag rechtzeitig ein, falls du wegen der Krankheit zwischen Basiselterngeld und ElterngeldPlus wechseln willst: Auch eine Änderung wirkt höchstens drei Monate rückwirkend (§ 7 Abs. 1 und 2 BEEG).
  5. Prüf einen vorläufigen Bescheid genau, wenn dein Elterngeld während der Krankheit vorläufig berechnet wurde: Weicht dein tatsächliches Krankengeld später ab, kann eine Rückzahlung fällig werden.

Die Elterngeldstelle beantwortet Fragen zu deinem Bescheid kostenlos, entscheidet aber nicht für dich, welche Variante sich für deinen Fall am besten rechnet. Genau das klären wir als private Beratung mit dir, im kostenlosen Erstgespräch oder in der Beratung für 129 €.

Häufige Fragen

Bekomme ich Elterngeld und Krankengeld gleichzeitig?

Ja, aber nicht ungekürzt nebeneinander. Das Krankengeld wird auf dein Elterngeld angerechnet, mindestens 300 € Basiselterngeld oder 150 € ElterngeldPlus bleiben dir pro Monat zusätzlich (§ 3 Abs. 2 BEEG). Ist dein Krankengeld höher als dein volles Elterngeld, erhältst du nur den geschützten Mindestbetrag obendrauf.

Zählt Krankengeld, das ich vor der Geburt bezogen habe, für die Berechnung meines Elterngelds?

Das Krankengeld selbst zählt nicht als Einkommen aus Erwerbstätigkeit, weil es kein Arbeitslohn ist (§ 2 Abs. 1 BEEG). Der betroffene Monat bleibt aber grundsätzlich einer der zwölf Monate des Bemessungszeitraums und senkt so deinen Durchschnitt, außer die Krankheit war schwangerschaftsbedingt (§ 2b Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 BEEG).

Verdoppelt sich der anrechnungsfreie Betrag bei Zwillingen?

Ja. Die 300 € nach § 3 Abs. 2 BEEG erhöhen sich bei Mehrlingsgeburten um je 300 € für das zweite und jedes weitere Kind, bei Zwillingen also auf 600 € Basiselterngeld beziehungsweise 300 € ElterngeldPlus.

Wird privates Krankentagegeld genauso angerechnet wie gesetzliches Krankengeld?

Grundsätzlich ja. § 3 Abs. 1 Nr. 5 BEEG erfasst alle Einnahmen, die als Ersatz für Erwerbseinkommen zustehen, unabhängig davon, ob sie von einer gesetzlichen Krankenkasse oder einer privaten Versicherung kommen. Der anrechnungsfreie Mindestbetrag gilt in beiden Fällen.

Unterscheidet sich Mutterschaftsgeld von Krankengeld bei der Anrechnung?

Ja, deutlich. Mutterschaftsleistungen für dasselbe Kind werden nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 BEEG voll angerechnet, ohne den 300-€-Puffer. Krankengeld fällt dagegen unter die allgemeine Regel für Entgeltersatzleistungen (Nr. 5), bei der der Mindestbetrag erhalten bleibt. Mehr dazu im Artikel zur [Verrechnung von Mutterschaftsgeld](/wissen/andere-leistungen/elterngeld-mutterschaftsgeld-verrechnung).

Ab wann bekomme ich überhaupt Krankengeld statt Gehalt?

Dein Arbeitgeber zahlt bei Krankheit bis zu sechs Wochen lang dein Gehalt weiter (Entgeltfortzahlung, § 3 Abs. 1 EFZG). Erst danach springt die Krankenkasse mit Krankengeld ein (§ 44 SGB V), und erst ab diesem Zeitpunkt stellt sich die Frage der Anrechnung auf dein Elterngeld.

Quellen und Stand

Stand 23. September 2026. Über deinen Antrag entscheidet immer die zuständige Elterngeldstelle.

Was bedeutet das für deine Situation?

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Angaben für deinen Fall wichtig sind und welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

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