Das Wichtigste in Kürze
- ElterngeldPlus: 1 Monat Basiselterngeld wird zu 2 Monaten ElterngeldPlus
- Höhe: maximal die Hälfte des Basiselterngelds ohne Teilzeiteinkommen (Deckelungsbetrag)
- Bezug bis zum 32. Lebensmonat möglich (Basiselterngeld nur bis zum 14. LM)
- Bei Teilzeitarbeit kann die Gesamtsumme deutlich höher ausfallen als beim Basiselterngeld
- Kein ElterngeldPlus während des Bezugs von Mutterschaftsgeld, ab dem 15. LM keine Unterbrechung
Was ist ElterngeldPlus?#
ElterngeldPlus wurde 2015 eingeführt, um Eltern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Teilzeitarbeit zu ermöglichen. Das Grundprinzip ist einfach: Statt einen Monat Basiselterngeld in voller Höhe zu beziehen, können Sie diesen in zwei Monate ElterngeldPlus mit jeweils halbem Betrag umwandeln. So verdoppelt sich die Bezugsdauer.
Auf den ersten Blick scheint das ein Nullsummenspiel zu sein. Der entscheidende Vorteil zeigt sich jedoch, wenn Sie während des ElterngeldPlus-Bezugs in Teilzeit arbeiten: Durch den sogenannten Deckelungsbetrag kann ElterngeldPlus in der Gesamtsumme deutlich mehr bringen als Basiselterngeld.
ElterngeldPlus lohnt sich besonders für Eltern, die während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten möchten. Bei vollständiger Erwerbspause ergibt sich rechnerisch kein Unterschied zum Basiselterngeld -- nur die Verteilung über die Zeit ändert sich.
Das Grundprinzip: 1 wird zu 2#
Die Umrechnungsformel ist denkbar einfach:
1 Monat Basiselterngeld = 2 Monate ElterngeldPlus
Das bedeutet für die maximalen Bezugsdauern:
- Ein Elternteil: 12 Monate Basiselterngeld = 24 Monate ElterngeldPlus
- Paar mit Partnermonaten: 14 Monate Basiselterngeld = 28 Monate ElterngeldPlus
- Mit Partnerschaftsbonus: bis zu 28 + 4 = 32 Monate (pro Elternteil max. 24 + 4 = 28 Monate)
Sie können Basiselterngeld und ElterngeldPlus auch frei miteinander kombinieren. Jeder Basiselterngeld-Monat, den Sie nicht als solchen nutzen, kann in zwei ElterngeldPlus-Monate umgewandelt werden.
Der Deckelungsbetrag: Warum ElterngeldPlus bei Teilzeit mehr bringt#
Der Deckelungsbetrag ist der Schlüssel zum Verständnis des ElterngeldPlus-Vorteils. Er begrenzt das monatliche ElterngeldPlus auf maximal die Hälfte des Basiselterngelds, das Ihnen ohne Teilzeiteinkommen zustehen würde.
So funktioniert die Deckelung#
- Zunächst wird berechnet, wie hoch Ihr Basiselterngeld wäre, wenn Sie gar nicht arbeiten würden (also auf Basis des vollen wegfallenden Einkommens).
- Die Hälfte dieses Betrags ist Ihr Deckelungsbetrag.
- Dann wird Ihr tatsächliches ElterngeldPlus berechnet (auf Basis des tatsächlich wegfallenden Einkommens bei Teilzeit).
- Ausgezahlt wird der niedrigere der beiden Beträge.
Warum ist das ein Vorteil? Weil das Basiselterngeld bei Teilzeitarbeit durch das Teilzeiteinkommen gemindert wird. Beim ElterngeldPlus wird zwar ebenfalls gemindert, aber der Deckelungsbetrag sorgt dafür, dass Sie im Ergebnis oft genauso viel erhalten wie ohne Teilzeiteinkommen -- nur eben doppelt so lange.
Bei Teilzeitarbeit erhalten Sie mit ElterngeldPlus oft den vollen Deckelungsbetrag -- also die Hälfte des theoretischen Basiselterngelds ohne Teilzeiteinkommen. Da Sie diesen Betrag doppelt so lange beziehen, ergibt sich in der Gesamtsumme ein deutliches Plus gegenüber dem Basiselterngeld.
Rechenbeispiel: ElterngeldPlus vs. Basiselterngeld bei Teilzeit#
Dieses Beispiel zeigt, warum ElterngeldPlus bei Teilzeitarbeit finanziell attraktiver ist.
Ausgangssituation:
- Nettoeinkommen vor der Geburt: 2.000 EUR
- Teilzeiteinkommen nach der Geburt: 500 EUR
- Wegfallendes Einkommen: 2.000 - 500 = 1.500 EUR
Variante 1: Basiselterngeld mit Teilzeit#
- Elterngeld: 65 % von 1.500 EUR (wegfallendes Einkommen) = 975 EUR pro Monat
- Bezugsdauer: 12 Monate
- Gesamtes Basiselterngeld: 11.700 EUR
Variante 2: ElterngeldPlus mit Teilzeit#
- Theoretisches Basiselterngeld ohne Teilzeiteinkommen: 65 % von 2.000 EUR = 1.300 EUR
- Deckelungsbetrag: 50 % von 1.300 EUR = 650 EUR
- Tatsächliches ElterngeldPlus (65 % von 1.500 EUR wegfallendes Einkommen / 2): 487,50 EUR
- Da 487,50 EUR unter dem Deckelungsbetrag von 650 EUR liegt, greift die Deckelung nicht. Es werden 487,50 EUR ausgezahlt.
Moment -- hier wird es interessant. Tatsächlich wird das ElterngeldPlus bei Teilzeit anders berechnet:
- ElterngeldPlus mit Teilzeiteinkommen: 65 % von 1.500 EUR = 975 EUR
- Deckelungsbetrag: 50 % von 1.300 EUR = 650 EUR
- Da 975 EUR über dem Deckelungsbetrag liegt, wird auf 650 EUR gedeckelt.
- Bezugsdauer: 24 Monate (statt 12)
- Gesamtes ElterngeldPlus: 15.600 EUR
Das Ergebnis#
| Basiselterngeld | ElterngeldPlus | |
|---|---|---|
| Monatlicher Betrag | 975 EUR | 650 EUR |
| Bezugsdauer | 12 Monate | 24 Monate |
| Gesamtsumme | 11.700 EUR | 15.600 EUR |
| Differenz | +3.900 EUR |
In diesem Beispiel erhalten Sie mit ElterngeldPlus insgesamt 3.900 EUR mehr Elterngeld als mit Basiselterngeld -- bei gleicher Teilzeittätigkeit. Der monatliche Betrag ist zwar niedriger, aber die doppelte Bezugsdauer macht den Unterschied.
Basiselterngeld vs. ElterngeldPlus im direkten Vergleich#
Basiselterngeld vs. ElterngeldPlus
| Merkmal | Basiselterngeld | ElterngeldPlus |
|---|---|---|
| Monatliche Höhe | 300-1.800 EUR | 150-900 EUR |
| Bezugsdauer (ein Elternteil) | Max. 12 Monate | Max. 24 Monate |
| Bezugszeitraum | Erste 14 Lebensmonate | Bis zum 32. Lebensmonat |
| Optimal bei Vollzeit-Auszeit | Ja | Kein Vorteil |
| Optimal bei Teilzeitarbeit | Weniger Gesamtsumme | Mehr Gesamtsumme |
| Unterbrechung möglich | Ja (bis LM 14) | Ja bis LM 14, ab LM 15 durchgehend |
| Während Mutterschaftsgeld | Wird angerechnet | Nicht möglich |
| Gesamtsumme bei Teilzeit | Niedriger | Höher (durch Deckelung) |
Bezugszeitraum: Bis zum 32. Lebensmonat#
Ein weiterer Vorteil des ElterngeldPlus gegenüber dem Basiselterngeld ist der deutlich längere Bezugszeitraum:
- Basiselterngeld: Nur innerhalb der ersten 14 Lebensmonate möglich
- ElterngeldPlus: Bis zum 32. Lebensmonat (das Kind ist dann 2 Jahre und 8 Monate alt)
Das ermöglicht eine deutlich längere finanzielle Unterstützung, die sich besonders gut mit einer schrittweisen Rückkehr in den Beruf vereinbaren lässt.
Einschränkungen beim ElterngeldPlus#
Kein ElterngeldPlus während Mutterschaftsgeld#
Während des Bezugs von Mutterschaftsgeld (in der Regel die ersten 8 Wochen nach der Geburt) kann die Mutter kein ElterngeldPlus beziehen. In dieser Zeit werden die Monate automatisch als Basiselterngeld-Monate gewertet. Das ElterngeldPlus kann erst nach dem Ende des Mutterschutzes beginnen.
Keine Unterbrechung ab dem 15. Lebensmonat#
Innerhalb der ersten 14 Lebensmonate können ElterngeldPlus-Monate frei verteilt und auch unterbrochen werden. Ab dem 15. Lebensmonat müssen ElterngeldPlus-Monate jedoch durchgehend und ohne Unterbrechung bezogen werden. Eine Lücke zwischen den Monaten ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr erlaubt.
Planen Sie Ihre ElterngeldPlus-Monate ab dem 15. Lebensmonat sorgfältig. Wenn Sie einmal unterbrechen, können Sie nicht wieder einsteigen. Überlegen Sie vorher genau, ab wann Sie ElterngeldPlus beziehen möchten und ob die lückenlose Bezugsdauer zu Ihrer beruflichen Planung passt.
Kombinationsbeispiele#
ElterngeldPlus entfaltet seine volle Stärke in Kombination mit Basiselterngeld und dem Partnerschaftsbonus. Hier drei typische Modelle:
Modell 1: Mutter Basiselterngeld, dann ElterngeldPlus#
Die Mutter bezieht in den Lebensmonaten 1-6 Basiselterngeld (6 Monate) und wandelt die restlichen 6 Monate in 12 Monate ElterngeldPlus um (LM 7-18). Der Vater nimmt 2 Monate Basiselterngeld (LM 1-2). Gesamtbezug: 20 Monate.
Modell 2: Beide Eltern mit ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus#
Die Mutter bezieht LM 1-2 Basiselterngeld (Mutterschutz), dann LM 3-14 ElterngeldPlus (12 Monate). Der Vater bezieht LM 3-6 ElterngeldPlus (4 Monate). Ab LM 15-18 beziehen beide den Partnerschaftsbonus (je 4 Monate bei 24-32 Stunden Teilzeit). Gesamtbezug: Mutter 18 Monate, Vater 8 Monate.
Modell 3: Maximale Bezugsdauer#
Die Mutter bezieht LM 1-2 Basiselterngeld, wandelt die restlichen 10 Monate in 20 Monate ElterngeldPlus um (LM 3-22) und schließt 4 Monate Partnerschaftsbonus an (LM 23-26). Der Vater nimmt 2 Monate Basiselterngeld (= 4 Monate ElterngeldPlus, LM 3-6) plus 4 Monate Partnerschaftsbonus (LM 23-26). Gesamtbezug: Mutter 26 Monate, Vater 8 Monate.
Wann lohnt sich ElterngeldPlus?#
ElterngeldPlus lohnt sich besonders in diesen Situationen:
- Teilzeitarbeit geplant: Sie möchten während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten (bis 32 Stunden/Woche). Hier ist der finanzielle Vorteil am größten.
- Längere Bezugsdauer gewünscht: Sie möchten über den 14. Lebensmonat hinaus Elterngeld beziehen.
- Schrittweiser Wiedereinstieg: Sie planen einen stufenweisen Wiedereinstieg in den Beruf und möchten dabei weiterhin Elterngeld erhalten.
- Partnerschaftsbonus nutzen: Beide Eltern möchten in Teilzeit arbeiten und den Partnerschaftsbonus in Anspruch nehmen.
ElterngeldPlus lohnt sich weniger, wenn Sie eine vollständige Erwerbspause planen und kein Teilzeiteinkommen erzielen. In diesem Fall ergibt sich rechnerisch kein Unterschied zum Basiselterngeld -- die Gesamtsumme bleibt gleich, nur die Verteilung über die Zeit ändert sich.
Quellen & Rechtsgrundlagen#
- Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), § 4 -- Gesetze im Internet
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ): „Elterngeld und Elternzeit", 28. Auflage, November 2025, Kapitel 1.3.4 -- BMBFSFJ Broschüre
- Familienportal des Bundes: ElterngeldPlus -- familienportal.de
Die Informationen in diesem Artikel gelten für Geburten ab dem 01.04.2024. Für frühere Geburten können abweichende Regelungen gelten. Stand: März 2026.