Zum Hauptinhalt springenDirekt zum HauptinhaltAktuellElterngeld: 12 statt 14 Monate geplant

ElterngeldPlus: Höhe berechnen, Bezugsdauer verstehen

ElterngeldPlus (§ 4a BEEG) wandelt einen Monat Basiselterngeld in zwei Monate mit jeweils halbem Betrag um. Die Höhe ist gedeckelt auf höchstens die Hälfte des Basiselterngeldes, das dir ohne jegliches Einkommen zustünde. Arbeitest du in Teilzeit, greift dieser Deckel oft voll, sodass du denselben Betrag wie ohne Teilzeit bekommst, nur doppelt so lange, bis maximal zum 32. Lebensmonat des Kindes.

Stand September 20268 Min. Lesezeit4 amtliche Quellen

Eltern halten ihr neugeborenes Baby am Fenster
Elterngeld Grundlagen
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was ist ElterngeldPlus?
  2. Wie hoch ist ElterngeldPlus? Der Deckelungsbetrag erklärt
  3. ElterngeldPlus berechnen: ein Beispiel
  4. Wie lange kannst du ElterngeldPlus beziehen?
  5. Wann lohnt sich ElterngeldPlus in Teilzeit?
  6. ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus kombinieren
  7. Was passiert, wenn du die Monatsaufteilung falsch wählst?
  8. Was jetzt zu tun ist
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen und Stand

Nele will acht Wochen nach der Geburt mit 20 Wochenstunden zurück in ihren Job, aber nicht schon nach 14 Monaten aus dem Elterngeldbezug herausfallen. ElterngeldPlus löst genau das: ein kleinerer Monatsbetrag, dafür doppelt so lange, und wer nebenbei verdient, verliert dabei oft gar nichts gegenüber dem Basiselterngeld.

Das Wichtigste in Kürze

  • Umrechnung: 1 Monat Basiselterngeld wird zu 2 Monaten ElterngeldPlus mit jeweils halbem Betrag (§ 4a Abs. 1 und 2 BEEG).
  • Deckelungsbetrag: ElterngeldPlus ist monatlich auf höchstens die Hälfte des Basiselterngeldes ohne jegliches Einkommen begrenzt.
  • Bezugsdauer: bis zum 32. Lebensmonat des Kindes möglich, Basiselterngeld nur bis zum 14. Lebensmonat.
  • Beträge: Basiselterngeld 300 bis 1.800 € im Monat, ElterngeldPlus entsprechend 150 bis 900 €.
  • Teilzeitgrenze: bis zu 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt, für den Partnerschaftsbonus zusätzlich mindestens 24 Stunden.
  • Wechselregel: Ein ausgezahlter ElterngeldPlus-Monat lässt sich jederzeit in Basiselterngeld ändern, umgekehrt geht das nach Auszahlung nur bei besonderer Härte.

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Was ist ElterngeldPlus?#

ElterngeldPlus ist neben dem Basiselterngeld die zweite Bezugsform des Elterngeldes: Statt einen Monat Basiselterngeld in voller Höhe zu nehmen, tauschst du ihn gegen zwei Monate ElterngeldPlus mit jeweils halbem Betrag (§ 4a Abs. 1 und 2, § 4 Abs. 3 Satz 3 BEEG). Nutzt ein Elternteil allein die vollen zwölf Basiselterngeld-Monatsbeträge als ElterngeldPlus, sind das bis zu 24 Monate für diese Person. Mit Partnermonaten und dem Partnerschaftsbonus lässt sich das gemeinsam weiter ausdehnen, dazu weiter unten mehr.

Die Umwandlung ist keine getrennte Leistung mit eigenen Voraussetzungen, sondern eine andere Art, denselben Anspruch auszuzahlen: kleinere Monatsbeträge über einen längeren Zeitraum. Welche Monate du als Basiselterngeld und welche du als ElterngeldPlus beziehst, legst du im Antrag fest, kannst es aber innerhalb bestimmter Grenzen noch ändern, siehe Elterngeld-Antrag ändern.

Wie hoch ist ElterngeldPlus? Der Deckelungsbetrag erklärt#

ElterngeldPlus ist monatlich auf höchstens die Hälfte des Basiselterngeldes gedeckelt, das dir zustünde, wenn du während des Bezugs kein Einkommen hättest (§ 4a Abs. 2 Satz 2 BEEG). Dieser Grenzwert wird als Deckelungsbetrag bezeichnet und in drei Schritten ermittelt:

  1. Theoretisches Basiselterngeld ohne Einkommen berechnen: Grundlage ist dein Einkommen vor der Geburt und die für dich maßgebliche Ersatzrate. Das Basiselterngeld ersetzt meist 65 bis 67 Prozent des wegfallenden Einkommens; bei niedrigeren Einkommen kann die Ersatzrate bis auf 100 Prozent steigen (§ 2 Abs. 1 und 2 BEEG).
  2. Davon die Hälfte nehmen: Das ist dein Deckelungsbetrag.
  3. Tatsächliches ElterngeldPlus berechnen: dieselbe Ersatzrate, angewendet auf den Unterschiedsbetrag zwischen deinem Einkommen vor der Geburt und deinem Teilzeiteinkommen danach (§ 2 Abs. 3, § 4a Abs. 2 Satz 1 BEEG).

Ausgezahlt wird der niedrigere der beiden Werte aus Schritt 2 und 3. Ohne Teilzeiteinkommen liegt der berechnete Betrag aus Schritt 3 immer genau auf dem Deckelungsbetrag, weil beide dann auf derselben Grundlage beruhen. Erst ein Teilzeiteinkommen sorgt dafür, dass der ungedeckelte Betrag über den Deckel steigt und die Deckelung wirksam wird, wie das folgende Beispiel zeigt.

ElterngeldPlus berechnen: ein Beispiel#

Nele: ElterngeldPlus mit 20 Stunden TeilzeitVereinfachtes Beispiel
Elterngeld-Netto vor der Geburt
2.200 €
Ersatzrate bei diesem Einkommen
65 %
Theoretisches Basiselterngeld ohne Einkommen (65 % von 2.200 €)
1.430 €
Deckelungsbetrag (die Hälfte davon)
715 €
Elterngeld-Netto in Teilzeit mit 20 Stunden
900 €
ElterngeldPlus ungedeckelt (65 % von 1.300 € Unterschiedsbetrag)
845 €
ElterngeldPlus pro Monat, weil 845 € über dem Deckel liegen715 €, bis zu 24 Monate lang

Vereinfachtes Beispiel. Das Elterngeld-Netto ist kein Betrag vom Gehaltszettel, sondern ein nach festen Pauschalen errechneter Wert; dein echter Betrag hängt von deinem Bemessungszeitraum ab. Ohne die Teilzeit läge ihr ElterngeldPlus bei denselben 715 €, weil der ungedeckelte Wert dann genau dem Deckel entspräche.

Mit Vollzeitpause statt Teilzeit ändert sich an der Gesamtsumme über die gesamte Bezugszeit gerechnet nichts: Du bekommst denselben Betrag, nur über doppelt so viele Monate verteilt. Der finanzielle Unterschied zum Basiselterngeld entsteht erst durch die Teilzeitarbeit, weil sie das Basiselterngeld stärker mindert als den gedeckelten ElterngeldPlus-Betrag.

Wie lange kannst du ElterngeldPlus beziehen?#

ElterngeldPlus kann bis zur Vollendung des 32. Lebensmonats des Kindes bezogen werden, Basiselterngeld dagegen nur bis zum 14. Lebensmonat (§ 4 Abs. 1 BEEG). Bis zum 14. Lebensmonat kannst du ElterngeldPlus-Monate frei verteilen und auch unterbrechen. Ab dem 15. Lebensmonat gilt die Bedingung, dass mindestens ein Elternteil in aufeinanderfolgenden Lebensmonaten ElterngeldPlus bezieht, sonst endet der gemeinsame Anspruch auf weitere ElterngeldPlus-Monate an dieser Lücke. Die Regel bezieht sich auf die Familie als Ganzes, nicht darauf, dass dieselbe Person durchgehend beziehen muss: Wechselt ihr euch lückenlos ab, bleibt der Anspruch bestehen.

Bei Frühgeburten verlängert sich die Basiselterngeld-Frist um mehrere Monatsbeträge, und die Lückenlos-Pflicht für ElterngeldPlus beginnt entsprechend später statt schon ab dem 15. Lebensmonat; die Bezugsgrenze von 32 Lebensmonaten für ElterngeldPlus bleibt dabei gleich (§ 4 Abs. 5 BEEG), das regeln wir in einem eigenen Artikel zu den Lebensmonaten beim Elterngeld.

Ein Sonderfall betrifft die Mutter direkt nach der Geburt: Lebensmonate, in denen ihr Mutterschaftsgeld oder der Arbeitgeberzuschuss dazu zustehen, gelten automatisch als Basiselterngeld-Monate, weil diese Leistungen auf das Elterngeld angerechnet werden (§ 3 Abs. 1 Nr. 1, § 4 Abs. 4 Satz 3 BEEG). ElterngeldPlus für diese Zeit lässt sich also nicht separat beantragen, erst für die Lebensmonate danach. Details dazu stehen im Artikel zur Verrechnung von Elterngeld und Mutterschaftsgeld.

Basiselterngeld ElterngeldPlus
Monatliche Höhe 300 bis 1.800 € 150 bis 900 €
Bezugsdauer je Elternteil höchstens 12 Monatsbeträge höchstens 24 Monatsbeträge
Spätester Bezug bis 14. Lebensmonat bis 32. Lebensmonat
Umrechnung 1 Monatsbetrag wird zu 2 Monatsbeträgen
Unterbrechbar ja, innerhalb der Bezugszeit bis 14. LM ja, ab 15. LM nur lückenlos

Wann lohnt sich ElterngeldPlus in Teilzeit?#

ElterngeldPlus lohnt sich finanziell am stärksten, wenn dein Basiselterngeld ohne die Deckelung durch dein Teilzeiteinkommen spürbar sinken würde. Das ist typischerweise der Fall, wenn dein Teilzeiteinkommen recht hoch ist im Verhältnis zu deinem Einkommen vor der Geburt, denn dann liegt der ungedeckelte ElterngeldPlus-Betrag deutlich über dem Deckel und wird auf den vollen Deckelungsbetrag gekappt. Wie stark sich einzelne Arbeitsstunden auf deinen Betrag auswirken, rechnen wir im Artikel zur ElterngeldPlus-Berechnung in Teilzeit im Detail durch.

Arbeitsrechtlich brauchst du für Teilzeit während der Elternzeit oft die Zustimmung deines Arbeitgebers oder einen Rechtsanspruch, unabhängig davon, ob du Basiselterngeld oder ElterngeldPlus beziehst. Die Voraussetzungen, Fristen und ein Musterantrag stehen im Artikel zu Teilzeit in der Elternzeit.

Wichtig für die Planung: Weil dein Teilzeitverdienst bei der Antragstellung meist noch nicht feststeht, zahlt die Elterngeldstelle zunächst vorläufig und rechnet später mit deinen tatsächlichen Gehaltsnachweisen ab. Weicht dein echtes Einkommen von der Schätzung ab, kann eine Nachzahlung oder eine Rückforderung folgen. Im kostenlosen Erstgespräch rechnen wir deine Stundenzahl und dein voraussichtliches ElterngeldPlus vorab durch, damit diese Abweichung möglichst klein bleibt.

ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus kombinieren#

Arbeitet ihr beide gleichzeitig zwischen 24 und 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Lebensmonats, habt ihr zusätzlich Anspruch auf den Partnerschaftsbonus: bis zu vier weitere ElterngeldPlus-Monatsbeträge pro Elternteil, die ihr nur gemeinsam, gleichzeitig und in aufeinanderfolgenden Lebensmonaten beziehen könnt, mindestens jedoch zwei Monate am Stück (§ 4b BEEG). Der Bonus kommt zu den regulären ElterngeldPlus-Monaten hinzu und läuft nach denselben Höhen- und Deckelungsregeln. Die genauen Voraussetzungen und typische Stolperfallen stehen im Artikel zum Partnerschaftsbonus.

Wie sich Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus über die gesamte Elternzeit hinweg am besten kombinieren lassen, hängt stark vom Einkommen beider Elternteile und eurer beruflichen Planung ab. Einen Überblick über typische Kombinationen gibt der Artikel Elterngeld-Varianten kombinieren.

Was passiert, wenn du die Monatsaufteilung falsch wählst?#

Die Elterngeldstelle beantwortet Fragen zu deinem Antrag kostenlos und entscheidet über deinen Bescheid, aber sie rechnet dir nicht vor, ob sich Basiselterngeld oder ElterngeldPlus für deinen Fall besser eignet. Das ist der Kern einer privaten Beratung wie unserer, nicht der Aufgabe einer Behörde.

Die Aufteilung im Antrag lässt sich später anpassen, aber nicht symmetrisch: Einen bereits ausgezahlten ElterngeldPlus-Monat kannst du jederzeit in Basiselterngeld ändern lassen, umgekehrt geht das nach der Auszahlung nur bei besonderer Härte, etwa schwerer Krankheit (§ 7 Abs. 2 BEEG). Wer sich also unsicher ist, fährt sicherer damit, im Zweifel eher ElterngeldPlus zu beantragen und bei Bedarf später auf Basiselterngeld umzustellen, als umgekehrt. Details zu Fristen und Härtefällen stehen im Artikel Elterngeld-Antrag ändern.

Was jetzt zu tun ist#

  1. Rechne deinen Deckelungsbetrag durch, bevor du den Antrag stellst. Er bestimmt, ob sich ElterngeldPlus in deinem Fall überhaupt finanziell lohnt.
  2. Kläre die Teilzeit arbeitsrechtlich, sobald du eine Stundenzahl im Kopf hast, denn Rechtsanspruch und Fristen laufen unabhängig vom Elterngeldantrag.
  3. Leg die Monatsaufteilung bewusst fest und bevorzuge im Zweifel ElterngeldPlus, weil sich ausgezahlte ElterngeldPlus-Monate leichter zurück in Basiselterngeld ändern lassen als umgekehrt.
  4. Plane die Lückenlos-Regel ein, wenn du über den 14. Lebensmonat hinaus beziehen willst: Ab dann muss durchgehend mindestens ein Elternteil ElterngeldPlus nehmen.
  5. Stimm den Partnerschaftsbonus rechtzeitig mit deinem Partner oder deiner Partnerin ab, denn ihr könnt ihn nur gemeinsam und gleichzeitig beantragen.

Häufige Fragen

Ist ElterngeldPlus insgesamt mehr Geld als Basiselterngeld?

Ohne eigenes Einkommen nach der Geburt nicht: Die Gesamtsumme ist rechnerisch gleich, nur über mehr Monate verteilt. Arbeitest du in Teilzeit, kann die Gesamtsumme höher ausfallen, weil der Deckelungsbetrag den Anrechnungseffekt der Teilzeit abfedert.

Kann ich nachträglich von Basiselterngeld auf ElterngeldPlus wechseln?

Nur für Monate, die noch nicht ausgezahlt sind (§ 7 Abs. 2 BEEG). Einen bereits ausgezahlten Basiselterngeld-Monat kannst du außer bei besonderer Härte nicht mehr in ElterngeldPlus ändern, mehr dazu im Artikel zum Elterngeld-Antrag ändern.

Muss ich für ElterngeldPlus zwingend in Teilzeit arbeiten?

Nein. Du kannst ElterngeldPlus auch ohne eigenes Einkommen nehmen, dann bekommst du einfach die Hälfte deines Basiselterngeldes über die doppelte Zeit. Der finanzielle Vorteil gegenüber Basiselterngeld entsteht aber erst durch die Teilzeitarbeit.

Wie viele Wochenstunden darf ich mit ElterngeldPlus arbeiten?

Bis zu 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Lebensmonats, dieselbe Grenze wie für den Elterngeldanspruch allgemein (§ 1 Abs. 6 BEEG). Für den Partnerschaftsbonus gilt zusätzlich eine Untergrenze von 24 Wochenstunden.

Was passiert mit ElterngeldPlus, wenn ich Mutterschaftsgeld bekomme?

Lebensmonate, in denen dir Mutterschaftsgeld oder der Arbeitgeberzuschuss zustehen, zählen automatisch als Basiselterngeld-Monate (§ 4 Abs. 4 Satz 3 BEEG), weil das Mutterschaftsgeld auf das Elterngeld angerechnet wird. ElterngeldPlus für diese Monate kannst du erst danach beantragen.

Kann ich ElterngeldPlus zwischendurch unterbrechen?

Bis zum 14. Lebensmonat ja. Ab dem 15. Lebensmonat muss durchgehend mindestens ein Elternteil ElterngeldPlus beziehen, damit der gemeinsame Anspruch bis zum 32. Lebensmonat bestehen bleibt (§ 4 Abs. 1 Satz 4 BEEG).

Quellen und Stand

Stand 23. September 2026. Über deinen Antrag entscheidet immer die zuständige Elterngeldstelle.

Was bedeutet das für deine Situation?

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Angaben für deinen Fall wichtig sind und welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

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