Das Wichtigste in Kürze
- Der Mindestbetrag (300 EUR beim Basiselterngeld, 150 EUR beim ElterngeldPlus) wird bei Wohngeld, BAföG und Kita-Beiträgen nicht als Einkommen angerechnet
- Nur der Betrag über dem Mindestbetrag zählt als Einkommen und kann diese Leistungen mindern
- Diese Regel gilt unabhängig davon, ob Sie vor der Geburt erwerbstätig waren
- Bei Zwillingen verdoppelt sich der geschützte Mindestbetrag
Für welche Leistungen gilt diese Regel?#
Es gibt verschiedene Leistungen, bei denen die Höhe Ihres Einkommens eine Rolle spielt. Dazu zählen unter anderem:
- Wohngeld
- BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)
- Einkommensabhängige Kita-Beiträge
Bei all diesen Leistungen wird Ihr Elterngeld grundsätzlich wie Einkommen behandelt. Allerdings gibt es einen entscheidenden Schutz: Der Mindestbetrag des Elterngelds bleibt anrechnungsfrei.
Der geschützte Mindestbetrag#
Nicht das gesamte Elterngeld wird auf diese Leistungen angerechnet. Geschützt sind:
- 300 EUR beim Basiselterngeld
- 150 EUR beim ElterngeldPlus
Nur der Betrag, der über diesen Mindestbetrag hinausgeht, wird als Einkommen berücksichtigt und kann Ihren Anspruch auf Wohngeld, BAföG oder einkommensabhängige Kita-Beiträge verringern.
Anders als beim Bürgergeld gilt der geschützte Mindestbetrag bei Wohngeld, BAföG und Kita-Beiträgen unabhängig davon, ob Sie vor der Geburt erwerbstätig waren. Auch Eltern ohne vorheriges Einkommen profitieren davon.
Rechenbeispiel: BAföG und Elterngeld#
So funktioniert die Anrechnung
Ausgangslage
Ein Vater bezieht gleichzeitig Basiselterngeld und BAföG. Sein Anspruch auf Basiselterngeld beträgt 470 EUR, sein BAföG-Anspruch beträgt 600 EUR.
Mindestbetrag ermitteln
Der Mindestbetrag beim Basiselterngeld beträgt 300 EUR. Dieser wird nicht auf das BAföG angerechnet.
Anrechnung berechnen
Der Betrag über dem Mindestbetrag: 470 EUR - 300 EUR = 170 EUR. Diese 170 EUR werden auf das BAföG angerechnet. Das BAföG sinkt um 170 EUR auf 430 EUR.
Ergebnis
Der Vater erhält: 470 EUR Elterngeld + 430 EUR BAföG = 900 EUR insgesamt. Das entspricht dem ungekürzten BAföG (600 EUR) plus dem Mindestbetrag (300 EUR).
Besonderheit bei Mehrlingen#
Bei Zwillingen ist der Mindestbetrag doppelt so hoch (600 EUR beim Basiselterngeld bzw. 300 EUR beim ElterngeldPlus), bei Drillingen dreimal so hoch. Entsprechend steigt auch der Betrag, der bei Wohngeld, BAföG und Kita-Beiträgen nicht als Einkommen angerechnet wird.
Unterschied zu Bürgergeld und Sozialhilfe#
Die Anrechnungsregeln bei Wohngeld und BAföG sind günstiger als bei Bürgergeld:
Vergleich der Anrechnungsregeln
| Merkmal | ||
|---|---|---|
Prüfen Sie beim BAföG-Amt, ob und wie sich das Elterngeld auf Ihre Förderung auswirkt. BAföG-Empfänger können außerdem einen Kinderbetreuungszuschlag erhalten, der unabhängig vom Elterngeld gezahlt wird.
Quellen & Rechtsgrundlagen#
- Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), § 10 -- Gesetze im Internet
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ): "Elterngeld und Elternzeit", 28. Auflage, November 2025, Kapitel 1.7.8 -- BMBFSFJ Broschüre
- Familienportal des Bundes: Elterngeld bei Sozialleistungen wie Wohngeld oder BAföG -- familienportal.de
Die Informationen in diesem Artikel gelten für Geburten ab dem 01.04.2024. Für frühere Geburten können abweichende Regelungen gelten. Stand: März 2026.