Zum Hauptinhalt springenDirekt zum HauptinhaltGute Nachricht14 Monate Elterngeld bleiben

Elterngeld und Wohngeld, BAföG, Kita-Beiträge: Was bleibt anrechnungsfrei?

Bei Wohngeld, BAföG und einkommensabhängigen Kita-Beiträgen zählt Elterngeld als Einkommen. Bis zu 300 € beim Basiselterngeld und 150 € beim ElterngeldPlus bleiben nach § 10 BEEG monatlich anrechnungsfrei – unabhängig davon, ob du vor der Geburt erwerbstätig warst. Bei Mehrlingsgeburten vervielfacht sich dieser Betrag mit der Kinderzahl. Nur der übersteigende Teil mindert deinen Anspruch.

Stand September 20267 Min. Lesezeit6 amtliche Quellen

Eine Schwangere steht im Kinderzimmer neben dem Babybett
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Inhalt10 Abschnitte
  1. Zählt Elterngeld bei Wohngeld, BAföG und Kita-Beiträgen als Einkommen?
  2. Wie hoch ist der anrechnungsfreie Betrag genau?
  3. Wohngeld: Was bedeutet das konkret?
  4. BAföG: Zählt Elterngeld zu deinem eigenen Einkommen?
  5. Kita-Beiträge: Wirkt sich Elterngeld auf gestaffelte Gebühren aus?
  6. Mehrlinge: Der Freibetrag vervielfacht sich
  7. Wohngeld, BAföG und Kita im Vergleich zu Bürgergeld und Co.
  8. Was jetzt zu tun ist
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen und Stand

Sarah und ihr Mann beziehen seit der Geburt ihrer Tochter Wohngeld, weil das Familieneinkommen in der Elternzeit sinkt. Jetzt kommt Basiselterngeld dazu, und Sarah befürchtet, dass die Wohngeldstelle es komplett als Einkommen wertet und ihr Anspruch wegfällt. Das passiert nicht: Ein fester Teil des Elterngelds bleibt geschützt, nur der Rest zählt als Einkommen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Wohngeld, BAföG und einkommensabhängigen Kita-Beiträgen bleiben 300 € beim Basiselterngeld und 150 € beim ElterngeldPlus monatlich anrechnungsfrei (§ 10 BEEG).
  • Dieser Schutz gilt unabhängig davon, ob du vor der Geburt gearbeitet hast – anders als beim Bürgergeld.
  • Nur der Betrag über dem Freibetrag zählt als Einkommen und kann den jeweiligen Anspruch mindern.
  • Bei Zwillingen verdoppelt sich der Freibetrag auf 600 € beziehungsweise 300 €, bei Drillingen verdreifacht er sich.
  • Die zuständige Stelle braucht deinen Elterngeldbescheid, um den Freibetrag korrekt anzuwenden.

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Zählt Elterngeld bei Wohngeld, BAföG und Kita-Beiträgen als Einkommen?#

Ja, grundsätzlich zählt Elterngeld bei allen Sozialleistungen, deren Höhe vom Einkommen abhängt, als Einkommen. Dazu gehören Wohngeld, BAföG und einkommensabhängige Kita-Beiträge. Ein fester Betrag bleibt dabei jedoch geschützt: § 10 Abs. 1 BEEG stellt Elterngeld bis zu 300 € im Monat von der Anrechnung frei, und § 10 Abs. 6 BEEG erstreckt diesen Schutz ausdrücklich auf einkommensabhängige Kostenbeiträge wie gestaffelte Kita-Gebühren.

Das unterscheidet diese drei Leistungen von Bürgergeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Dort gilt eine engere Regel, die vom vorherigen Einkommen abhängt – dazu unten mehr.

Wie hoch ist der anrechnungsfreie Betrag genau?#

Der Freibetrag richtet sich danach, welche Elterngeld-Variante du beziehst. Beim Basiselterngeld bleiben bis zu 300 € im Monat unberücksichtigt (§ 10 Abs. 1 BEEG). Beziehst du stattdessen ElterngeldPlus, halbiert sich der Rahmen auf 150 € (§ 10 Abs. 3 BEEG).

Läuft neben deinem Elterngeld noch eine vergleichbare Leistung eines Bundeslandes oder eine nach § 3 BEEG auf das Elterngeld angerechnete Einnahme, teilen sich diese Leistungen den gemeinsamen 300-Euro-Rahmen – die Elterngeldstelle beziehungsweise die anrechnende Stelle rechnet das im Einzelfall zusammen. Für die meisten Familien, die ausschließlich Basiselterngeld oder ElterngeldPlus beziehen, gelten aber schlicht die 300 € beziehungsweise 150 €.

Wohngeld: Was bedeutet das konkret?#

Beim Wohngeld gehört Elterngeld zu den steuerfreien Einkommensersatzleistungen, die nach § 14 Abs. 2 Nr. 6 des Wohngeldgesetzes (WoGG) grundsätzlich als Jahreseinkommen zählen. Dieselbe Vorschrift stellt jedoch ausdrücklich klar, dass § 10 BEEG „unberührt“ bleibt: Die Wohngeldstelle muss also den Freibetrag von 300 € beziehungsweise 150 € pro Monat abziehen, bevor sie dein Elterngeld dem Jahreseinkommen zuschlägt.

In der Praxis reichst du dazu deinen Elterngeldbescheid bei der Wohngeldstelle ein. Fehlt er oder wird die Anrechnung falsch berechnet, sinkt dein Wohngeld stärker, als es das Gesetz vorsieht.

Wichtig ist außerdem eine Mitteilungspflicht, die viele übersehen: Steigt dein Gesamteinkommen im laufenden Bewilligungszeitraum um mehr als 15 % gegenüber dem Betrag im Wohngeldbescheid, musst du das der Wohngeldstelle unverzüglich melden (§ 27 Abs. 3 Nr. 3 WoGG). Auch nach Abzug des Freibetrags reißt neues Elterngeld diese Grenze häufig, gerade wenn vorher kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit vorlag. Wer die Meldung versäumt, riskiert eine Rückforderung für den gesamten Zeitraum.

BAföG: Zählt Elterngeld zu deinem eigenen Einkommen?#

Wenn du selbst studierst oder eine Ausbildung machst, BAföG bekommst und nach der Geburt deines Kindes Elterngeld beziehst, ist das Elterngeld dein eigenes Einkommen im Sinne des BAföG (§ 21 Abs. 3 Nr. 4 BAföG in Verbindung mit der BAföG-Einkommensverordnung). Auch hier greift der Freibetrag aus § 10 BEEG: 300 € beim Basiselterngeld, 150 € beim ElterngeldPlus bleiben unberücksichtigt, nur der Rest mindert deine Förderung.

Tobias: Basiselterngeld neben BAföGVereinfachtes Beispiel
Basiselterngeld pro Monat
470 €
Anrechnungsfreier Betrag (§ 10 Abs. 1 BEEG)
300 €
Angerechneter Anteil (470 € − 300 €)
170 €
BAföG-Anspruch ohne Anrechnung
600 €
BAföG-Anspruch nach Anrechnung (600 € − 170 €)
430 €
Gesamteinkommen im Monat (470 € + 430 €)900 €

Vereinfachtes Beispiel. Annahmen: Tobias bezieht ausschließlich Basiselterngeld und BAföG, keine weiteren anrechenbaren Leistungen. Dein tatsächlicher BAföG-Anspruch hängt außerdem von deinem sonstigen Einkommen und dem des Elternhauses ab.

Kita-Beiträge: Wirkt sich Elterngeld auf gestaffelte Gebühren aus?#

Ja, wenn die Kita-Beiträge in deiner Kommune nach Einkommen gestaffelt sind. § 10 Abs. 6 BEEG wendet dieselbe Freibetragsregel wie bei Wohngeld und BAföG entsprechend an: Der Kostenbeitrag darf nur auf den Teil deines Elterngelds gestützt werden, der über 300 € (Basiselterngeld) beziehungsweise 150 € (ElterngeldPlus) hinausgeht.

Wie hoch die Staffelung selbst ausfällt und welche weiteren Freibeträge deine Kommune vorsieht, regelt die jeweilige örtliche Satzung. Die Elterngeldstelle kennt diese Satzungen nicht; frag im Zweifel direkt beim Jugendamt oder Träger nach.

Mehrlinge: Der Freibetrag vervielfacht sich#

Bei einer Mehrlingsgeburt steigt der anrechnungsfreie Betrag mit der Zahl der geborenen Kinder (§ 10 Abs. 4 BEEG). Bei Zwillingen sind das 600 € beim Basiselterngeld beziehungsweise 300 € beim ElterngeldPlus, bei Drillingen das Dreifache. Wer mehr zu den grundsätzlichen Elterngeldregeln bei Mehrlingen wissen will, findet Details im Artikel zu Zwillingen und Mehrlingen.

Wohngeld, BAföG und Kita im Vergleich zu Bürgergeld und Co.#

Nicht jede einkommensabhängige Leistung folgt derselben Regel. § 10 Abs. 5 BEEG nimmt Bürgergeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ausdrücklich aus und ersetzt den festen Freibetrag durch eine Grenze, die von deinem vorherigen Einkommen abhängt.

Leistung Wird Elterngeld angerechnet? Anrechnungsfreier Betrag Rechtsgrundlage
Wohngeld Ja, als Jahreseinkommen 300 € (Basis) / 150 € (Plus), unabhängig von vorheriger Erwerbstätigkeit § 10 Abs. 1–4 BEEG, § 14 Abs. 2 Nr. 6 WoGG
BAföG Ja, als eigenes Einkommen der oder des Auszubildenden 300 € (Basis) / 150 € (Plus), unabhängig von vorheriger Erwerbstätigkeit § 10 Abs. 1–4 BEEG
Einkommensabhängige Kita-Beiträge Ja, als Kostenbeitrag 300 € (Basis) / 150 € (Plus), unabhängig von vorheriger Erwerbstätigkeit § 10 Abs. 6 BEEG
Bürgergeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag, Asylbewerberleistungsgesetz Ja, weitgehend voll Höchstens dein durchschnittliches Erwerbseinkommen vor der Geburt, gedeckelt auf 300 € / 150 € § 10 Abs. 5 BEEG

Details zur Anrechnung beim Bürgergeld, einschließlich eines Rechenbeispiels ohne vorherige Erwerbstätigkeit, stehen im Artikel zu Elterngeld und Bürgergeld.

Die Elterngeldstelle beantwortet Fragen zu deinem Elterngeldbescheid kostenlos, entscheidet aber nicht darüber, was für dich in Kombination mit Wohngeld, BAföG oder Kita-Beiträgen am Ende übrig bleibt. Genau das rechnen wir als private Beratung mit dir durch, im kostenlosen Erstgespräch oder in der Beratung für 129 €.

Was jetzt zu tun ist#

  1. Elterngeldbescheid sichern, sobald er da ist: Wohngeldstelle, BAföG-Amt und Kita-Träger brauchen ihn, um den Freibetrag korrekt zu berechnen. Ohne Bescheid rechnen sie oft mit einem vorläufigen oder falschen Wert.
  2. Bei Wohngeld die 15-Prozent-Grenze im Blick behalten: Steigt dein Gesamteinkommen dadurch um mehr als 15 % gegenüber dem Bewilligungsbescheid, musst du das unverzüglich melden (§ 27 Abs. 3 Nr. 3 WoGG).
  3. Bescheid der anderen Stelle prüfen: Kontrolliere, ob dort tatsächlich 300 € (Basiselterngeld) beziehungsweise 150 € (ElterngeldPlus) je Kind abgezogen wurden, bevor dein Elterngeld als Einkommen eingerechnet wurde.
  4. Bei Mehrlingen den vervielfachten Freibetrag einfordern, falls die Stelle nur mit dem einfachen Betrag gerechnet hat.
  5. Bei falscher Anrechnung Widerspruch einlegen: Die Frist steht auf deinem Bescheid. Verweise dabei konkret auf § 10 BEEG beziehungsweise § 14 Abs. 2 Nr. 6 WoGG.
  6. Vor der Antragstellung Basiselterngeld und ElterngeldPlus vergleichen, wenn du gleichzeitig Wohngeld oder BAföG beziehst, denn die Wahl wirkt sich direkt auf den geschützten Betrag aus.

Häufige Fragen

Wird Elterngeld auf Wohngeld angerechnet?

Ja, aber nicht vollständig: Bis zu 300 € beim Basiselterngeld und 150 € beim ElterngeldPlus bleiben nach § 10 BEEG anrechnungsfrei, unabhängig davon, ob du vorher gearbeitet hast. § 14 Abs. 2 Nr. 6 des Wohngeldgesetzes verweist ausdrücklich auf diesen Freibetrag.

Zählt Elterngeld beim BAföG als eigenes Einkommen oder als Einkommen der Eltern?

Wenn du selbst Elterngeld beziehst und gleichzeitig BAföG bekommst, ist es dein eigenes Einkommen als Auszubildende oder Auszubildender. Auch hier gilt der Freibetrag aus § 10 BEEG von bis zu 300 € beziehungsweise 150 €.

Ist der anrechnungsfreie Betrag bei ElterngeldPlus immer genau die Hälfte?

In der Regel ja, solange nur dein Elterngeld auf den Freibetrag angerechnet wird: Dann bleiben 150 € geschützt. Läuft daneben noch eine vergleichbare Landesleistung oder eine nach § 3 BEEG angerechnete Einnahme, verringert sich der verbleibende Rahmen, aus dem die Hälfte berechnet wird.

Gilt der Freibetrag auch für einkommensabhängige Kita-Beiträge?

Ja. § 10 Abs. 6 BEEG erstreckt die Regel ausdrücklich auf einkommensabhängige Kostenbeiträge, zu denen gestaffelte Kita-Beiträge zählen. Bis zu 300 € beziehungsweise 150 € deines Elterngelds bleiben dabei unberücksichtigt.

Was passiert bei Zwillingen oder Drillingen?

Der anrechnungsfreie Betrag vervielfacht sich mit der Zahl der geborenen Kinder (§ 10 Abs. 4 BEEG). Bei Zwillingen sind es 600 € beim Basiselterngeld beziehungsweise 300 € beim ElterngeldPlus, bei Drillingen das Dreifache.

Unterscheidet sich die Regel von der beim Bürgergeld?

Ja, deutlich. Bei Bürgergeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gilt der Freibetrag nur bis zur Höhe deines durchschnittlichen Einkommens vor der Geburt, gedeckelt auf 300 € beziehungsweise 150 €. Ohne vorherige Erwerbstätigkeit entfällt er dort ganz.

Quellen und Stand

Stand 23. September 2026. Über deinen Antrag entscheidet immer die zuständige Elterngeldstelle.

Was bedeutet das für deine Situation?

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Angaben für deinen Fall wichtig sind und welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

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