Zum Hauptinhalt springenDirekt zum HauptinhaltAktuell:Geplante Elterngeld-Kürzung: 12 statt 14 Monate.

Elterngeld und Wohngeld, BAföG, Kita-Beiträge

Wie wird Elterngeld bei Wohngeld, BAföG und Kita-Beiträgen angerechnet? Erfahren Sie, warum der Mindestbetrag geschützt ist und was darüber hinaus als Einkommen zählt.

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Herausgegeben von Elterngeld Zentrum
6 min Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Mindestbetrag (300 EUR beim Basiselterngeld, 150 EUR beim ElterngeldPlus) wird bei Wohngeld, BAföG und Kita-Beiträgen nicht als Einkommen angerechnet
  • Nur der Betrag über dem Mindestbetrag zählt als Einkommen und kann diese Leistungen mindern
  • Diese Regel gilt unabhängig davon, ob Sie vor der Geburt erwerbstätig waren
  • Bei Zwillingen verdoppelt sich der geschützte Mindestbetrag

Für welche Leistungen gilt diese Regel?#

Es gibt verschiedene Leistungen, bei denen die Höhe Ihres Einkommens eine Rolle spielt. Dazu zählen unter anderem:

  • Wohngeld
  • BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)
  • Einkommensabhängige Kita-Beiträge

Bei all diesen Leistungen wird Ihr Elterngeld grundsätzlich wie Einkommen behandelt. Allerdings gibt es einen entscheidenden Schutz: Der Mindestbetrag des Elterngelds bleibt anrechnungsfrei.

Der geschützte Mindestbetrag#

Nicht das gesamte Elterngeld wird auf diese Leistungen angerechnet. Geschützt sind:

  • 300 EUR beim Basiselterngeld
  • 150 EUR beim ElterngeldPlus

Nur der Betrag, der über diesen Mindestbetrag hinausgeht, wird als Einkommen berücksichtigt und kann Ihren Anspruch auf Wohngeld, BAföG oder einkommensabhängige Kita-Beiträge verringern.

Unabhängig von vorheriger Erwerbstätigkeit

Anders als beim Bürgergeld gilt der geschützte Mindestbetrag bei Wohngeld, BAföG und Kita-Beiträgen unabhängig davon, ob Sie vor der Geburt erwerbstätig waren. Auch Eltern ohne vorheriges Einkommen profitieren davon.

Rechenbeispiel: BAföG und Elterngeld#

So funktioniert die Anrechnung

  1. Ausgangslage

    Ein Vater bezieht gleichzeitig Basiselterngeld und BAföG. Sein Anspruch auf Basiselterngeld beträgt 470 EUR, sein BAföG-Anspruch beträgt 600 EUR.

  2. Mindestbetrag ermitteln

    Der Mindestbetrag beim Basiselterngeld beträgt 300 EUR. Dieser wird nicht auf das BAföG angerechnet.

  3. Anrechnung berechnen

    Der Betrag über dem Mindestbetrag: 470 EUR - 300 EUR = 170 EUR. Diese 170 EUR werden auf das BAföG angerechnet. Das BAföG sinkt um 170 EUR auf 430 EUR.

  4. Ergebnis

    Der Vater erhält: 470 EUR Elterngeld + 430 EUR BAföG = 900 EUR insgesamt. Das entspricht dem ungekürzten BAföG (600 EUR) plus dem Mindestbetrag (300 EUR).

Besonderheit bei Mehrlingen#

Bei Zwillingen ist der Mindestbetrag doppelt so hoch (600 EUR beim Basiselterngeld bzw. 300 EUR beim ElterngeldPlus), bei Drillingen dreimal so hoch. Entsprechend steigt auch der Betrag, der bei Wohngeld, BAföG und Kita-Beiträgen nicht als Einkommen angerechnet wird.

Unterschied zu Bürgergeld und Sozialhilfe#

Die Anrechnungsregeln bei Wohngeld und BAföG sind günstiger als bei Bürgergeld:

Vergleich der Anrechnungsregeln

MerkmalRegelBesonderheit
Wohngeld / BAföG / KitaMindestbetrag (300 EUR / 150 EUR) immer geschütztGilt für alle Eltern, unabhängig vom Einkommen vor Geburt
Bürgergeld / SozialhilfeFreibetrag nur bei vorheriger ErwerbstätigkeitBegrenzt auf Höhe des vorherigen Einkommens (max. 300 EUR / 150 EUR)

Tipp für BAföG-Empfänger

Prüfen Sie beim BAföG-Amt, ob und wie sich das Elterngeld auf Ihre Förderung auswirkt. BAföG-Empfänger können außerdem einen Kinderbetreuungszuschlag erhalten, der unabhängig vom Elterngeld gezahlt wird.

Hinweis

Die Informationen in diesem Artikel gelten für Geburten ab dem 01.04.2024. Für frühere Geburten können abweichende Regelungen gelten. Stand: März 2026.

Quellen

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