Das Wichtigste in Kürze
- Die Geburtsurkunde Ihres Kindes ist das wichtigste Dokument für den Antrag
- Einkommensnachweise der letzten 12 Monate vor Mutterschutzbeginn bzw. Geburt sind zwingend erforderlich
- Arbeitnehmerinnen brauchen zusätzlich die Mutterschaftsgeld-Bescheinigung der Krankenkasse
- Bei geplanter Teilzeit während des Elterngeld-Bezugs benötigen Sie eine Arbeitgeber-Bescheinigung
- Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen die benötigten Bescheinigungen auszustellen
Warum eine Checkliste wichtig ist#
Unvollständige Unterlagen sind der häufigste Grund für Verzögerungen beim Elterngeld-Antrag. Jedes fehlende Dokument führt zu einer Rückfrage der Elterngeldstelle -- und das kostet wertvolle Wochen. Mit dieser Checkliste stellen Sie sicher, dass Ihr Antrag beim ersten Mal vollständig ist.
Die meisten Unterlagen können Sie bereits vor der Geburt zusammenstellen. Nur die Geburtsurkunde und die Bescheinigung über Mutterschaftsgeld erhalten Sie erst nach der Geburt.
Grundlegende Unterlagen für alle Antragsteller#
Diese Dokumente benötigen Sie in jedem Fall:
Geburtsurkunde#
- Was: Geburtsurkunde Ihres Kindes im Original oder als beglaubigte Kopie
- Wo: Beim Standesamt des Geburtsorts. Die Geburtsurkunde wird in der Regel innerhalb weniger Tage nach der Geburt ausgestellt.
- Tipp: Bestellen Sie gleich mehrere Exemplare -- Sie benötigen die Geburtsurkunde auch für andere Anträge (Kindergeld, Krankenversicherung).
Einkommensnachweise#
Je nach Beschäftigungsart unterscheiden sich die erforderlichen Nachweise:
Nicht-Selbstständige:
- Lohn- oder Gehaltsabrechnungen der letzten 12 Kalendermonate
- Als Mutter: die 12 Monate vor Beginn des Mutterschutzes
- Als Vater: die 12 Monate vor der Geburt
Selbstständige:
- In der Regel der letzte Steuerbescheid
- Bei noch nicht vorliegendem Steuerbescheid: Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanz
(Quelle: BMBFSFJ-Broschüre, Kapitel 1.11.2)
Personalausweis oder Reisepass#
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass beider Elternteile
- Bei ausländischen Eltern: Aufenthaltstitel oder Freizügigkeitsbescheinigung
Unterlagen für Arbeitnehmerinnen#
Wenn Sie als Mutter in einem Arbeitsverhältnis stehen, benötigen Sie zusätzlich:
Mutterschaftsgeld-Bescheinigung#
- Was: Bescheinigung Ihrer Krankenkasse über die Höhe des Mutterschaftsgeldes nach der Geburt
- Alternativ: Sie können im Elterngeld-Antrag in die Datenübermittlung durch Ihre Krankenkasse einwilligen -- dann müssen Sie die Bescheinigung nicht selbst einreichen.
Arbeitgeber-Bescheinigung über Zuschüsse#
- Was: Bescheinigung Ihrer Arbeitgeberin oder Ihres Arbeitgebers über Zuschüsse zum Mutterschaftsgeld
- Wann: Diese Bescheinigung erhalten Sie in der Regel automatisch von Ihrem Arbeitgeber.
(Quelle: BMBFSFJ-Broschüre, Kapitel 1.11.2)
Unterlagen für Beamtinnen und Soldatinnen#
- Bescheinigung über Dienstbezüge während des Mutterschutzes
- Bescheinigung über Zuschüsse zu diesen Bezügen
Unterlagen bei Teilzeit während des Elterngeld-Bezugs#
Wenn Sie planen, während des Elterngeld-Bezugs in Teilzeit zu arbeiten, benötigen Sie zusätzlich:
Bei nicht-selbstständiger Tätigkeit:
- Angaben zum voraussichtlichen Einkommen während des Elterngeld-Bezugs
- Bescheinigung Ihrer Arbeitgeberin oder Ihres Arbeitgebers über Ihre Arbeitszeiten während des Elterngeld-Bezugs
Bei selbstständiger Tätigkeit:
- Angaben zum voraussichtlichen Einkommen während des Elterngeld-Bezugs
- Eigene Erklärung über bisherige Arbeitszeiten und geplante Arbeitszeiten während des Bezugs
- Ggf. Nachweise über Entlastungsmaßnahmen (z. B. Einstellung einer Vertretung, Verringerung der Aufträge)
(Quelle: BMBFSFJ-Broschüre, Kapitel 1.11.2)
Unterlagen für privat Krankenversicherte#
Wenn Sie als Mutter privat krankenversichert sind und eine Krankentagegeld-Versicherung haben:
- Bescheinigung Ihrer Krankenversicherung über Ihr Krankentagegeld während des Mutterschutzes
Ihre Checkliste auf einen Blick#
Checkliste Elterngeld-Unterlagen
| Merkmal | ||
|---|---|---|
Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen alle benötigten Unterlagen und Bescheinigungen auszustellen. Falls Sie Schwierigkeiten haben, die Bescheinigungen zu erhalten, weisen Sie auf diese gesetzliche Pflicht hin. (Quelle: BMBFSFJ-Broschüre, Kapitel 1.11.2)
Tipps für eine reibungslose Antragstellung#
- Kopien anfertigen: Erstellen Sie von allen eingereichten Unterlagen Kopien für Ihre eigenen Akten.
- Gehaltsabrechnungen frühzeitig sammeln: Beginnen Sie bereits in der Schwangerschaft, Ihre Gehaltsabrechnungen systematisch zu sammeln.
- Krankenkasse kontaktieren: Informieren Sie Ihre Krankenkasse rechtzeitig über die bevorstehende Geburt, damit die Mutterschaftsgeld-Bescheinigung schnell ausgestellt wird.
- Arbeitgeber informieren: Bitten Sie Ihren Arbeitgeber frühzeitig um die benötigten Bescheinigungen -- viele Personalabteilungen brauchen einige Tage für die Erstellung.
Je nach Bundesland können zusätzliche Unterlagen erforderlich sein. Prüfen Sie die Anforderungen auf dem Antragsformular Ihres Bundeslandes oder fragen Sie direkt bei Ihrer Elterngeldstelle nach.
Quellen & Rechtsgrundlagen#
- Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), §§ 7, 9 -- Gesetze im Internet
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ): "Elterngeld und Elternzeit", 28. Auflage, November 2025, Kapitel 1.11.2 -- BMBFSFJ Broschüre
- Familienportal des Bundes: Wie kann ich Elterngeld beantragen? -- familienportal.de
Die Informationen in diesem Artikel gelten für Geburten ab dem 01.04.2024. Für frühere Geburten können abweichende Regelungen gelten. Stand: März 2026.