Zum Hauptinhalt springenDirekt zum HauptinhaltGute Nachricht14 Monate Elterngeld bleiben

Welches Einkommen zählt für das Elterngeld?

Für Elterngeld zählt nur Einkommen aus Erwerbstätigkeit: laufender Arbeitslohn aus angestellter Arbeit (§ 2c BEEG) und Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit (§ 2d BEEG). Sonstige Bezüge wie Weihnachtsgeld zählen nicht, ebenso wenig Kapitalerträge, Mieteinnahmen, Kindergeld oder Lohnersatzleistungen wie Kranken- und Arbeitslosengeld. Vor der Geburt wird höchstens ein Einkommen von 2.770 € monatlich angesetzt.

Stand September 20268 Min. Lesezeit5 amtliche Quellen

Ein Paar rechnet gemeinsam am Laptop
Berechnung
Inhalt10 Abschnitte
  1. Welches Einkommen zählt für Elterngeld?
  2. Wie wird dein Gehalt als Angestellte für die Berechnung ermittelt?
  3. Zählen Weihnachtsgeld, Boni und Abfindungen mit?
  4. Wie wird Einkommen aus Selbstständigkeit berücksichtigt?
  5. Was gilt, wenn du sowohl angestellt als auch selbstständig bist?
  6. Welches Einkommen zählt nicht für Elterngeld?
  7. Wie unterscheidet sich Einkommen vor und nach der Geburt?
  8. Was jetzt zu tun ist
  9. Häufige Fragen
  10. Quellen und Stand

Nadine bekommt im November Weihnachtsgeld, fährt einen Dienstwagen, den sie auch privat nutzt, und fragt sich, was davon in ihr Elterngeld einfließt. Die Antwort steht nicht im Gehaltszettel, sondern in der Lohnsteuerbehandlung jeder einzelnen Zahlung. Hier steht, welches Einkommen für Elterngeld zählt, welches nicht, und wo Selbstständige eigene Regeln haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Elterngeld zählt nur Einkommen aus Erwerbstätigkeit: laufender Arbeitslohn aus angestellter Arbeit (§ 2c BEEG) und Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit (§ 2d BEEG).
  • Sonstige Bezüge wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder Abfindungen zählen nicht, wenn sie lohnsteuerlich als sonstiger Bezug behandelt werden.
  • Kapitalerträge, Mieteinnahmen, Kindergeld und Unterhalt sind kein Erwerbseinkommen und fließen nie in die Berechnung ein.
  • Lohnersatzleistungen wie Kranken-, Mutterschafts- oder Arbeitslosengeld zählen ebenfalls nicht als Einkommen, werden aber nach einer eigenen Regel auf dein Elterngeld angerechnet.
  • Dein Einkommen vor der Geburt wird höchstens mit 2.770 € monatlich angesetzt, egal wie viel du tatsächlich verdient hast.
  • Einkommen vor und nach der Geburt wird getrennt ermittelt: Nur der Unterschiedsbetrag beider Werte bestimmt dein Elterngeld während des Bezugs.

Was heißt das für deine Familie? Wir klären es in 15 Minuten, kostenlos.

Erstgespräch buchen

Welches Einkommen zählt für Elterngeld?#

Für Elterngeld zählt ausschließlich Einkommen aus Erwerbstätigkeit, wie § 2 Abs. 1 BEEG es abschließend festlegt: Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit sowie Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit. Beide Gruppen werden nach den §§ 2c bis 2f BEEG um pauschale Abzüge für Steuern und Sozialabgaben vermindert.

Alles, was nicht in eine dieser beiden Gruppen fällt, bleibt draußen, unabhängig von der Höhe. Das gilt für Kapitalerträge, Mieteinnahmen und sonstige Einkünfte im steuerlichen Sinn genauso wie für Sozialleistungen. Innerhalb der beiden Gruppen entscheidet dann eine zweite Frage: Ist die konkrete Einnahme laufender Arbeitslohn beziehungsweise laufender Gewinn, oder fällt sie unter eine Ausnahme?

Wie wird dein Gehalt als Angestellte für die Berechnung ermittelt?#

Bei angestellter Arbeit zählt der monatliche Überschuss deiner Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit über ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags, vermindert um pauschale Abzüge für Steuern und Sozialabgaben (§ 2c Abs. 1 BEEG). Grundlage sind deine Lohn- und Gehaltsbescheinigungen der maßgeblichen Monate, deren Angaben die Elterngeldstelle zunächst als richtig unterstellt (§ 2c Abs. 2 BEEG).

Entscheidend ist dabei die lohnsteuerliche Einordnung deiner Einnahmen: Nicht berücksichtigt werden Einnahmen, die im Lohnsteuerabzugsverfahren als sonstige Bezüge zu behandeln sind (§ 2c Abs. 1 Satz 2 BEEG). Diese Unterscheidung trifft nicht die Bezeichnung einer Zahlung auf deinem Gehaltszettel, sondern die Art, wie dein Arbeitgeber sie steuerlich einordnet.

Zählen Weihnachtsgeld, Boni und Abfindungen mit?#

Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, ein 13. Monatsgehalt oder eine Abfindung zählen nur dann für dein Elterngeld, wenn sie lohnsteuerlich als laufender Arbeitslohn und nicht als sonstiger Bezug behandelt werden. In der Praxis werden solche Jahressonderzahlungen meist als sonstiger Bezug abgerechnet und bleiben damit außen vor. Mehr zu dieser Einordnung, einschließlich wie du sie auf deiner Abrechnung erkennst, steht im Artikel zu Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und Elterngeld.

Dieselbe Trennung gilt für geldwerte Vorteile wie einen privat nutzbaren Dienstwagen. Läuft der Vorteil über die Lohnabrechnung als laufender Arbeitslohn, zählt er mit; wird er als sonstiger Bezug erfasst, nicht. Details dazu, auch für den Fall, dass der Vorteil während des Elterngeldbezugs weiterläuft, findest du im Artikel zu geldwerten Vorteilen und Elterngeld.

Nadine: Grundgehalt, Weihnachtsgeld und DienstwagenVereinfachtes Beispiel
Monatliches Grundgehalt (laufender Arbeitslohn)
3.200 €
Geldwerter Vorteil Dienstwagen (laufender Arbeitslohn)
350 €
Weihnachtsgeld im November (sonstiger Bezug)
2.400 €
Monatlich für die Berechnung relevant3.550 €

Vereinfachtes Beispiel. Annahmen: Nadines Arbeitgeber weist das Weihnachtsgeld auf der Abrechnung als sonstigen Bezug aus, wie es bei Jahressonderzahlungen üblich ist. Grundgehalt und der geldwerte Vorteil aus dem Dienstwagen laufen dagegen als laufender Arbeitslohn und zählen mit. Aus diesen 3.550 € errechnet die Elterngeldstelle nach Abzug von Pauschbetrag, Steuern und Sozialabgaben ihr Elterngeld-Netto, dazu mehr im Artikel zur Elterngeld-Netto-Berechnung. Dein echter Betrag hängt von deiner eigenen Abrechnung ab.

Wie wird Einkommen aus Selbstständigkeit berücksichtigt?#

Bei selbstständiger Arbeit, Gewerbebetrieb sowie Land- und Forstwirtschaft zählt die monatlich durchschnittliche Summe deiner positiven Gewinneinkünfte, ebenfalls vermindert um pauschale Abzüge für Steuern und Sozialabgaben (§ 2d Abs. 1 BEEG). Vor der Geburt sind dafür grundsätzlich die im Einkommensteuerbescheid ausgewiesenen Gewinne maßgeblich (§ 2d Abs. 2 BEEG), also eine Größe, die erst nach Ablauf des Steuerjahres feststeht.

Für die Bezugsmonate selbst gilt eine eigene Gewinnermittlung, die mindestens den Anforderungen einer Einnahmenüberschussrechnung entspricht. Dabei setzt die Elterngeldstelle pauschal 25 % deiner Einnahmen als Betriebsausgaben an, es sei denn, du beantragst den Ansatz deiner tatsächlichen Betriebsausgaben (§ 2d Abs. 3 BEEG).

Was gilt, wenn du sowohl angestellt als auch selbstständig bist?#

Hast du gleichzeitig Einkünfte aus nichtselbstständiger und aus selbstständiger Arbeit, werden beide Einkunftsarten berücksichtigt und nach den jeweils eigenen Regeln der §§ 2c und 2d BEEG berechnet. Für den Bemessungszeitraum, also die Frage, welche Monate überhaupt zählen, gilt dabei grundsätzlich die Regel für Selbstständige, selbst wenn dein Angestelltengehalt höher war. Wie dieser Zeitraum bei Mischeinkünften bestimmt wird und welche Ausnahme bei sehr geringen selbstständigen Einkünften gilt, erklärt der Artikel zu Elterngeld bei Mischeinkünften.

Welches Einkommen zählt nicht für Elterngeld?#

Kapitalerträge, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Kindergeld und erhaltener Unterhalt zählen nicht für Elterngeld, weil sie keine Einkünfte aus Erwerbstätigkeit im Sinne des § 2 Abs. 1 BEEG sind. Das gilt unabhängig davon, wie regelmäßig oder wie hoch diese Zahlungen sind.

Eine eigene Kategorie sind Lohnersatzleistungen wie Krankengeld, Mutterschaftsgeld oder Arbeitslosengeld I. Auch sie zählen nicht als Einkommen aus Erwerbstätigkeit, weil sie keine Gegenleistung für Arbeit sind. Beziehst du sie während deines Elterngeldbezugs, greift stattdessen eine andere Regel: § 3 BEEG rechnet solche Leistungen auf dein Elterngeld an. Bei Krankengeld und Arbeitslosengeld I bleiben dir dabei mindestens 300 € Basiselterngeld oder 150 € ElterngeldPlus anrechnungsfrei (§ 3 Abs. 2 i. V. m. § 4a Abs. 2 BEEG); Mutterschaftsgeld wird dagegen ohne diesen Freibetrag angerechnet (§ 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2 BEEG). Wie diese Anrechnung im Einzelnen funktioniert, steht in den Artikeln zu Krankengeld und Elterngeld und zu Arbeitslosengeld I und Elterngeld.

Einnahme Zählt als Einkommen für Elterngeld? Rechtsgrundlage
Laufendes Gehalt, laufender Lohn Ja § 2c BEEG
Sonstige Bezüge (z. B. Weihnachtsgeld) Nein § 2c Abs. 1 Satz 2 BEEG
Gewinn aus Gewerbe, Land-/Forstwirtschaft, selbstständiger Arbeit Ja § 2d BEEG
Kapitalerträge, Mieteinnahmen Nein § 2 Abs. 1 BEEG (abschließende Aufzählung)
Kindergeld, Unterhalt Nein § 2 Abs. 1 BEEG (abschließende Aufzählung)
Kranken-, Mutterschafts-, Arbeitslosengeld Nein, aber angerechnet § 3 BEEG

Wie unterscheidet sich Einkommen vor und nach der Geburt?#

Elterngeld stellt dein Einkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt deinem Einkommen in den Lebensmonaten des Bezugs gegenüber, und beide Werte werden getrennt ermittelt (§ 2 Abs. 1 und 3 BEEG). Für dein Einkommen vor der Geburt gilt zusätzlich eine Kappung: Es wird höchstens mit 2.770 € monatlich angesetzt, selbst wenn du tatsächlich mehr verdient hast (§ 2 Abs. 3 Satz 2 BEEG).

Verdienst du in einem Bezugsmonat weniger als vor der Geburt, zahlt die Elterngeldstelle den maßgeblichen Prozentsatz auf den Unterschiedsbetrag beider Werte, getrennt berechnet für Basiselterngeld- und ElterngeldPlus-Monate (§ 2 Abs. 3 BEEG). Welche zwölf Kalendermonate dabei überhaupt als Vergleichszeitraum vor der Geburt zählen, ist eine eigene Frage: Sie steht im Artikel zum Bemessungszeitraum und ist unabhängig davon, welche Einnahmen innerhalb dieser Monate mitgerechnet werden.

Die Elterngeldstelle beantwortet Rückfragen zu deiner konkreten Abrechnung kostenlos, entscheidet aber im Einzelfall, wie eine Zahlung einzuordnen ist. Wir sind eine private Beratung, keine Behörde, und rechnen deine Unterlagen vorab mit dir durch, damit du im Gespräch mit der Elterngeldstelle weißt, womit du rechnen kannst.

Was jetzt zu tun ist#

  1. Sammle deine Lohn- oder Gehaltsbescheinigungen der letzten zwölf Monate vor der Geburt und prüfe für jede Sonderzahlung, ob sie als laufender Arbeitslohn oder als sonstiger Bezug ausgewiesen ist.
  2. Bist du selbstständig, halte deinen letzten Einkommensteuerbescheid bereit, er ist die Grundlage für dein Einkommen vor der Geburt.
  3. Hast du Mischeinkünfte, kläre zuerst den Bemessungszeitraum, bevor du beide Einkunftsarten zusammenrechnest.
  4. Trenne Erwerbseinkommen von anderen Leistungen wie Kranken- oder Arbeitslosengeld: Sie zählen nicht als Einkommen, wirken aber über die Anrechnung nach § 3 BEEG auf deinen Auszahlungsbetrag.
  5. Lass unklare Zahlungen vor dem Antrag prüfen, damit die Elterngeldstelle nicht mit einem vorläufigen Bescheid rechnet, den du später zurückzahlen musst.

Häufige Fragen

Zählt mein Bruttogehalt oder mein Nettogehalt für die Berechnung?

Keins von beiden direkt. Die Elterngeldstelle zieht von deinem laufenden Bruttolohn einen anteiligen Arbeitnehmer-Pauschbetrag sowie pauschale Steuern und Sozialabgaben ab (§§ 2c, 2e, 2f BEEG) und erhält so dein Elterngeld-Netto. Das weicht von deinem tatsächlichen Netto auf dem Gehaltszettel ab.

Zählt Kindergeld als Einkommen für Elterngeld?

Nein. Kindergeld ist keine Erwerbstätigkeit im Sinne des § 2 Abs. 1 BEEG und fließt weder vor noch während des Bezugs in die Berechnung ein.

Werden Mieteinnahmen oder Kapitalerträge berücksichtigt?

Nein. § 2 Abs. 1 BEEG zählt nur Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit sowie aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit. Einkünfte aus Kapitalvermögen oder aus Vermietung und Verpachtung gehören nicht dazu, unabhängig von ihrer Höhe.

Zählt ein Dienstwagen als Einkommen für Elterngeld?

Ein geldwerter Vorteil wie die private Nutzung eines Dienstwagens kann als laufender Arbeitslohn vor der Geburt mitzählen. Ob und wie, hängt von der lohnsteuerlichen Behandlung ab, mehr dazu im Artikel zu geldwerten Vorteilen.

Zählen Krankengeld oder Arbeitslosengeld als Einkommen für die Berechnung?

Nein, Lohnersatzleistungen wie Kranken-, Mutterschafts- oder Arbeitslosengeld sind kein Einkommen aus Erwerbstätigkeit. Beziehst du sie während des Elterngeldbezugs, werden sie stattdessen über § 3 BEEG auf dein Elterngeld angerechnet, das ist eine andere Regel als die Frage, was als Einkommen zählt.

Wie viel Einkommen wird vor der Geburt höchstens angesetzt?

Höchstens 2.770 € monatlich (§ 2 Abs. 3 Satz 2 BEEG). Verdienst du vor der Geburt mehr, wird für die Berechnung des Unterschiedsbetrags trotzdem nur dieser Betrag angesetzt.

Quellen und Stand

Stand 23. September 2026. Über deinen Antrag entscheidet immer die zuständige Elterngeldstelle.

Was bedeutet das für deine Situation?

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welche Angaben für deinen Fall wichtig sind und welcher nächste Schritt sinnvoll ist.

4,9aus 144 Google-Bewertungen2.000+ begleitete Familien

Frage zu deinem Fall?15 Minuten, kostenlos

Termin buchen